Wer bastelt mit?

Diese Woche hat neun Tage: mit der Vienna Design Week quer durch die Stadt

Selbermachen ist momentan ganz groß. Das Internet ist voll mit Ideen, die ganze Welt scheint davon zu sprechen. Genau gesagt spricht keiner mehr von Selbermachen, sondern von „do it yourself“. Noch genauer sagt man „DIY“, dieeiwei.

Damit das Ganze nicht zu heimwerkerisch vonstatten geht, brauchen die Selbermacherinnen und Selbermacher dieser Welt natürlich einen Plan.

Und hier sind dann wieder die Designbüros gefragt, von denen immer mehr auch in Richtung Open Design arbeiten, offenes Design. In den seltensten Fällen ausschließlich – schließlich muss man auch als Designerin von etwas leben. Aber nebenbei teilt man dann doch die eine oder andere Idee. Wie nett!

Darum haben acht Wiener und ein Grazer Designstudio auch nicht lange gezögert, als der Falter im Frühsommer freundlich fragte, ob sie nicht anlässlich der Vienna Design Week im Herbst Entwürfe mit den Leserinnen und Lesern teilen möchten. Klar, sagte die Designerin am Telefon; machen wir, mailte der Designer. Und jetzt haben wir den Salat.

Ein paar Vorgaben gab es aber trotzdem: Die „Zutaten“ sollten nicht viel mehr als 50 Euro kosten. Für den Bau der Objekte darf man kein Spezialist mit Spezialwerkzeug sein. Und: Open Design bedeutet, dass Leserinnen und Leser die Objekte zwar nachbauen dürfen, die Idee aber trotzdem bei den betreffenden Designstudios bleibt. Nur für den Fall, dass hier schon jemand das große Geschäft wittert.

Für selbstgemachte Geschenke hingegen sollte man rechtzeitig zu basteln beginnen. Was genau und wie das geht, steht im FALTER 39/12.

:: Das Thema Design zieht. Auch 2012 wird die Vienna Design Week ein Riesenerfolg sein: noch mehr Veranstaltungen, Ausstellungen, Talks und Interventionen. Noch weniger Budget. Letzteres hielt Tulga Beyerle und Lilli Hollein nicht davon ab, ein ebenso tolles wie beliebtes Festival auf die Beine zu stellen. Und das liegt sicher nicht nur daran, dass die meisten Veranstaltungen der Neun-Tage-Woche (28.9.–7.10.) gratis sind (oder an den Häppchen). Das liegt am Programm.

Schaut man sich die Spielorte der Vienna Design Week auf dem Stadtplan im Programmheft an, dann ist das Zentrum nach rechts gerückt. Damit der Wiener Westen mit draufpasst. Heuer ist in den Hernalser Gschwandner-Sälen das Festivalzentrum samt Lounge.

Neben den üblichen Designlabors im Project Space der Kunsthalle, geführten oder ungeführten Wanderungen zu Design („Passionswege“) oder Diskussionen gibt es auch eine Formatpremiere: Mit „Stadtarbeit“ löst sich der Designbegriff vom behübschten Ding und beschreibt die Gestaltung urbaner und sozialer Räume. Fünf Projekte bearbeiten die Stadt, unter anderem die Jeans-Gebrüder Stitch mit ihrer „Vollpension“ (6., Mariahilfer Straße 101), einer „Intervention mitten in Bobostan“ mit zehn Pensionistinnen und einem Pop-up-Café. Im Mittelpunkt stehen bei den Projekten immer die Menschen, aktiv oder als Betrachter.

Die Passionswege, für die Designer Interventionen vorbereiten (z.B. das Linzer Duo March Gut beim Brunnenmarkt-Fleischhauer Sterkl), zählen zu den beliebtesten Attraktionen des Festivals – auch weil man da ein bisschen in der Stadt herumkommt und unbekannte Gegenden kennenlernt.

Fast 100 Programmpunkte umfasst das Wiener Designfest heuer. Damit man als Besucher nicht überfordert ist, empfiehlt es sich, einen Stundenplan zu erstellen. Unbedingt.

Infos: www.viennadesignweek.at

Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, sowie eine gültige E-mail-Adresse ein. Wir behalten uns vor, Kommentare mit unvollständigen Angaben oder unangemessenem Inhalt nicht zu veröffentlichen. Die geteilten Kommentare müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen, die inhaltliche Verantwortung trägt ausschließlich der Verfasser des jeweiligen Kommentares.

(wird nicht veröffentlicht)


*