Für ihre Arbeiten erhielten diese jungen Forscherinnen ein Doktoratsstipendium der Uni Innsbruck.
Richard Hastik, 29, Institut f. Geografie
Die interdisziplinäre Bearbeitung raumrelevanter Fragen fasziniert den Geografen Richard Hastik. „In der Innsbrucker Geografie ist die holistische Auseinandersetzung mit Mensch-Umwelt-Beziehungen durch ihre Verknüpfung sozial- und naturwissenschaftlicher Ansätze besonders spannend“, so der Niederösterreicher. Er befasst sich in seiner Dissertation „Bodendaten in den Alpen: Kompilation, Regionalisierung, Ansätze für räumliche Modellierung und funktionsbezogene Bewertung“ mit Hochgebirgsräumen. „Die flächenhafte Modellierung dieser Böden fand bisher wenig Beachtung.“ Dabei seien gerade deren Speicher-, Filter- und Pufferfunktionen besonders relevant. Die Rolle von Böden bei Naturgefahren oder der Kohlenstoffbindung im Kontext des Klimawandels ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit.
Özlem Aslaner, 26, Institut f. Psychologie
Bei ihrer Diplomarbeit zur Stressverarbeitung türkischer Migrantinnen fiel Özlem Aslaner auf, dass diese viel weniger Emotionen ausdrückten, als es die Wörglerin angesichts der ihr geschilderten Situationen erwartet hätte. „Traurigkeit etwa äußerten sie statt mit Emotionswörtern eher durch körperbetonte Redewendungen.“ Dem wollte Aslaner, selbst Tochter türkischer Migranten, auf den Grund gehen. Für ihre Dissertation „Der Ausdruck und die Regulierung von Traurigkeit in Face-to-Face-Interaktionen am Beispiel türkischer Migrantinnen und ihrer Töchter“ verwendet sie ein Analyseverfahren, das Gesichtsmuskeln in Nummern kodiert und Rückschlüsse über in Gesprächen gefilmten Emotionen zulässt. „Solche kulturelle Unterschiede können zu Missverständnissen und falschen psychiatrischen Diagnosen führen.“
Peter Kandolf, 27, Institut f. Mathematik
Am Beginn stand ein Kombinationsstudium Mathematik/Informatik. „Die Mathematik fand ich allerdings bald interessanter und erfüllender“, sagt Peter Kandolf. An seinem heutigen Spezialgebiet, der numerischen Mathematik, schätzt er freilich die gelegentlichen Ausflüge in die Welt der Informatik. „Ich mag den Anwendungsbezug und den Wechsel zwischen der Theorie am Papier und deren Umsetzung am Computer“, erzählt er. „Umgekehrt ist es spannend, bei einem selbstentwickelten Programm dessen mathematischen Hintergrund zu zeigen.“ Mit seiner Dissertation „Computationally efficient exponential integrators“ möchte er dazu beitragen, exponentielle Integratoren effizienter zu gestalten. „Dabei geht es um die Verbesserung der bestehenden Implementierungen wie auch der verschiedenen Verfahren“, so der begeisterte Bergsteiger.