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| REGIERUNG Ein Mitarbeiter von FPÖ-Infrastrukturministerin Monika Forstinger mit Vergangenheit in der Neonaziszene hat für Andreas Mölzers "Zur Zeit" einen antisemitischen Text verfasst. Forstinger verspricht, das abzustellen. GERALD JOHN |
| Originaltext aus Falter 19/01 vom 09.05.2001 |
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Echte Weicheier, diese Freiheitlichen! "Die berüchtigten gelben Plakate aus der NR-Wahl mit ihren gleichermaßen selbstverständlichen wie goldrichtigen Wahrheiten ("Asylbetrug stoppen" etc.) wären genau richtig gewesen und hätten ruhig noch verschärft werden können! (...) Die extrem weiche Asylpolitik des ÖVP-Linksverbinders Strasser und die Kniefälle Schüssels und Schaumayers vor den einschlägigen Machthabern der Ostküste wären so zwar nicht zu verhindern, aber wenigstens anzuprangern gewesen. (...) Denn wozu ist die FPÖ in der Regierung, wenn, Asylkriminelle und Heroinafrikaner mehr denn je ihr Unwesen treiben und der Bürger schlimmer als je zuvor für dubiose Entschädigungsansprüche ausgepreßt wird!‘"
Dieser Kommentar erschien vergangene Woche in der Zeitung "Zur Zeit" (17/01), die Jörg Haiders Kulturberater Andreas Mölzer herausgibt. Als Autor zeichnet ein Mann mit einer prominenten Arbeitgeberin: Gerhard Sailer gehört dem Kabinett von FPÖ-Infrastrukturministerin Monika Forstinger an. Ex-Minister Michael Schmid nahm den Beamten in sein Büro auf, Forstinger behielt ihn. Als Sachbearbeiter ist Sailer Experte für Schienenverkehr; als Kommentator widmet er sich dem Fachgebiet Antisemitismus – nicht nur, wenn es um die Verschärfung der "gelben Plakate" und die "einschlägigen Machthaber der US-Ostküste" geht. ",Haiders Antisemitismus hat bei den Wiener Wahlen eine klare Abfuhr erhalten‘ tönte es von den Häupls und Muzikants nach den Wiener FP-Verlusten. Nichts ist falscher als dies!", schreibt Sailer: "Noch klarere Worte in Richtung des Immobilien-Großhändlers und seines Umfeldes wären angebracht gewesen!" Für eindeutige Botschaften hat Sailer schon immer etwas übrig gehabt. Zu Beginn der achtziger Jahre war er Mitglied der später wegen neonazistischer Betätigung aufgelösten Aktion Neue Rechte (ANR). Seiner schreiberischen Leidenschaft fröhnte der Beamte auch in der Zeitschrift Fakten. Laut des vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes herausgegebenen Handbuchs des Rechtsextremismus konzentriert sich das Blatt vor allem auf "ausländerfeindliche Propaganda und die Verteidigung neonazistischer Straftäter". Eine Textprobe, allerdings von einem anderen Autor: "So wie ein Tumor ins gesunde Leben einwandert, wuchert, es zerstört und eindringt ins bestehende Gewebe, dort wo er schädigt und nicht hingehört, so wird ein Strom hereingedrängt, dass Fremdes sich in unser Volkstum mengt und es vernichtet, ohne Bomben und Kanonen." "So etwas würde ich nie schreiben", sagt Sailer und verweist auf seinen letzten Fakten-Text: Der drehte sich um Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Überhaupt: "Ich habe nichts gegen Juden. In meinem Haus bin ich sogar mit einem befreundet". Und seine Vergangenheit bei der neonazistischen ANR? "Das gibt alles nichts her", sagt Sailer: "Denn rechtlich habe ich mir nie etwas zu Schulden kommen lassen." Das meint auch Infrastrukturministerin Forstinger. Außerdem sei Sailers "Qualifikation" unbestritten. Der rechtslastige Schreiberling wird deshalb Kabinettsmitarbeiter bleiben – zumindest auf weiteres. "Er ist mir aber im Wort, dass er das ganze überdenkt und soetwas nicht mehr vorkommt", lässt Forstinger dem Falter ausrichten: "Den ich lehne sowohl Inhalt als auch Diktion des Artikels ab. Er entspricht weder meiner Meinung, noch jener der FPÖ." Sailer sieht das weniger tragisch. "Das sind doch nur Banalitäten aus rechter Sichtweise", sagt er: "Staberl-Journalismus eben." |
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Mai 2001 © FALTER
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