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| Einstellung in Strafsache Schnell Naderer |
| SPITZELAFFÄRE Falter bringt Aussage des Kronzeugen Christian W. Der Sekretär Schnells und Haider-Chauffeur hätte nur "vage Angaben" gemacht. Dem Falter vorliegende Akten beweisen das Gegenteil. FLORIAN KLENK |
| Originaltext aus Falter 19/01 vom 09.05.2001 |
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Der eine hatte den Ermittlern der Wirtschaftspolizei "Gestapo-Methoden" vorgeworfen. Der andere
wurde kurzfristig vom Dienst suspendiert. Die freiheitlichen Salzburger Funktionäre Karl Schnell
(Landesparteichef) und der Abgeordnete und Polizist Helmut Naderer können nun wieder aufatmen.
Die Spitzelaffäre ist für sie beendet. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die
Politiker eingestellt. Doch es gibt - neben Josef Kleindienst - einen zweiten Zeugen, der die drei Politiker schwer belastet. Der Mann ist auch nicht irgendwer. Christian W. war Chauffeur des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider und Sekretär von Landesparteiobmann Karl Schnell. Doch seine Aussagen, so versichert nun Werner Pürstl, Sektionschef im Justizministerium, seien nur "vage gewesen". Die umfangreichen Ermittlungen hätten "zu wenig Konkretes" ergeben, um eine Anklage zu rechtfertigen. Gewagte Behauptung. Dem Falter liegt die Aussage des Haider-Chauffeurs Christian W. vor. Er wurde am zweiten Dezember 2000 von zwei Beamten der Wirtschaftspolizei unter Wahrheitspflicht einvernommen. Und er plauderte: Über Millionen, die Jörg Haider vom Industriellen Turnauer erhalten hatte und über einen regen Aktenaustausch zwischen Polizei und FPÖ-Salzburg. W´s Aussage im Wortlaut: "In meiner Tätigkeit als Sekretär von Landesparteiobmann Dr. Schnell war ich mit ihm und mit dem Gendarmeriebeamten Naderer im September 1997 im Gendarmerieposten Bergheim. Dort wurden wir von den Beamten in ein Dienstzimmer geführt, wo ein Gendarm dem Herrn Naderer ein Dokument übergab. Dieser reichte es, nachdem er es gesehen hatte, an Dr. Schnell weiter. Dieser wiederum gab es mir zur Verwahrung. Ich warf einen Blick hinein und bemerkte, dass darin unter anderem ein Computerausdruck über eine Prostituierte lag. Ich weiss das heute noch so genau, weil ich mit damals nicht vorstellen konnte, wozu Dr. Schnell dieses Dokument braucht. " Ein Jahr später wird W. bewusst wofür der Computerausdruck diente. Vor der Wirtschaftspolizei gibt er an: "Im Zuge des Wahlkampfes erschienen in der Kronen Zeitung Artikel, in denen es auch um Geheimprostituierte ging, welche Notstandshilfe beziehen". Auch zwei weitere Vorfälle schildert W., dem die Staatsanwaltschaft nicht glauben will: Mitte 1997 habe der Gendarmeriebeamte und FPÖ-Abgeordnete Wiedermann Schnell Akte übergeben. Christian W. gibt zu Protokoll.: "Die Übergaben fanden beide Male im Auto statt und zwar in der Alpenstrasse in Salzburg." Diese "vagen Vorwürfe" werden in keinem öffentlichen Verfahren geklärt werden. |
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Mai 2001 © FALTER
E-Mail: wienzeit@falter.at