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BIO-AFFÄRE Der langjährige Chef der mächtigsten Biobauernlobby schildert erstmals die "Betrügereien" im Biobusiness: 650 Tonnen Getreide und Tausende Kilo konventionelles Rindfleisch wurden fälschlich als feinste "Bioware" deklariert. Im Bioparadies Österreich herrschen Schlamperei und kriminelle Machenschaften.
Das Land erlebt seinen ersten großen Bioskandal. FLORIAN KLENK |
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Auf der kleinen Weide grasen die Kühe, ein Kätzchen schnurrt, Hühner scharren im Hof. Am Bauernhof von Josef Ortner im oberösterreichischen Ranshofen ist die Welt in Ordnung. Drinnen in der Stube liegt ein sieben Seiten langer Brief, den Bauer Ortner vorvergangene Woche an die "Liebe(n) Ernte-Delegierten" versandt hatte. Eigentlich sollte der Inhalt dieses Schreibens - das dem Falter exklusiv vorliegt - nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Von "Schattenseiten", "Manipulationen" und "Schlampereien" in Österreichs Bioszene ist darin die Rede. Und von "Betrügereien, die die menschliche Reife (...) infrage stellen". Josef Ortner ist nicht irgendein Bauer. Bis vor kurzem war der Biolandwirt der mächtige Obmann des österreichischen Ernte-Verbandes. Rund 13.000 der 20.000 österreichischen Biobauern sind in diesem Verein organisiert. Mit seinem Brief will Ortner nun dem "erschreckenden Schweigen der Guten" ein Ende setzen. Sein Motiv: Spitzenmanager der österreichischen Bioszene sollen nicht nur Konsumenten, sondern vor allem Tausende Biobauern gelegt haben. "Die Wahrheit muss ans Licht", sagt Ortner. Der Falter ist den Vorwürfen, die der Bioaufdecker gegenüber der Biobranche erhebt, nachgegangen. Ergebnis: Auf dem weiten Feld der Bioszene drängen sich tatsächlich immer mehr schwarze Schafe. Es geht dabei nicht nur um kriminelle Machenschaften des Topmanagements, sondern auch um den Clash zwischen Bauern, die Biolandbau als ökologische Vision betreiben, und knallharten Wirtschaftsbossen, die im Biobusiness - auch zum Vorteil der Bauern - gute Geschäfte machen wollen. Waren es beim Weinskandal der Achtzigerjahre noch die glykolpantschenden Weinhauer selbst, die die Konsumenten betrogen hatten, so sind nun Landwirte selbst mutmaßliche Opfer der Chefs ihrer Biovermarktungsbetriebe. "Immer mehr Bauern fühlen sich nun von Geschäftemachern um ihre ökologischen Visionen betrogen", klagt Ortner. Der Vorwurf, den Ortner gegenüber den Verantwortlichen erhebt: Betrug, Falschinformation, krumme Geschäfte, Ausnützerei. Werner Lampert, Chef von "ja! Natürlich", der größten Billa-Biomarke, die die Bauern selbst oft unter wirtschaftlichen Druck setzt, zeigt sich angesichts der Vorwürfe Ortners über die Machenschaften entsetzt: "Das sind Dilettanten und Amateure, diese Machenschaften schaden der Bioszene gewaltig." Lampert hat mittlerweile einem Spitzenmanager Hausverbot im Billa-Reich erteilt. Der Sprecher des Ernte-Verbandes, Franz-Josef Purkathofer, versucht hingegen zu beruhigen: "Es ist traurig, dass so etwas passieren konnte. Das beste System ist vor Betrügereien nicht sicher. Dass es vereinzelt schwarze Schafe gibt, lässt sich nicht verhindern." Schauen wir ins Gehege dieser schwarzen Schafe, um Ortners Anklage zu verstehen. 13.000 Bauern sind in Österreich im Ernte-Verband, einem gemeinnützigen Verein, organisiert. Zur Vermarktung ihrer Produkte hat der Verband die Firma Ökoland ins Leben gerufen. Ökoland soll bei Bauern Bioware einkaufen, sie mit Biofutter versorgen und an Kunden weiterverkaufen. Großabnehmer dieser Bioschiene sind unter anderem die Billa-Marke "ja! Natürlich" und die Spar-Marke "Natur pur". Um für reibungslose Kontrolle in der heilen Welt zu sorgen, wurde von Ernte die Austria Bio Garantie (ABG) eingesetzt. Die private Firma wurde vom Staat mit hoheitlichen Kontrollbefugnissen belehnt und sorgt für die Einhaltung der hohen österreichischen Biostandards. Ortner führt in seinem Brief drei Vorfälle an, die er nicht mehr länger verschweigen will: Faktum 1: der Biogetreideschwindel Im Spätsommer des Vorjahres ging bei der ABG ein vertraulicher Hinweis ein. Die Firma Ökoland, so der Informant, soll 25 Tonnen herkömmliches Getreide als "Biogerste" ausgewiesen und an Biobauern verkauft haben. Ein schwer wiegender Verdacht. Denn Biobauern können ihre Rinder nur dann als "Biorinder" gewinnbringend vermarkten, wenn sie mit dem teuren "Biofutter" und nicht mit chemisch behandelter Massenware gefüttert werden. Die ABG und ihr Chef Hans Matzenberger begannen zu recherchieren. Im Lagerhaus der Gemeinde Kröllendorf wurden die Kontrollore fündig. Das Ergebnis war, so ein Insider, "erschütternd". Mitte September 2001 sollen von Ökoland 160 Tonnen konventioneller Gerste an ein Lagerhaus geliefert und dort fälschlich als Bioware gekennzeichnet worden sein. Ein Lagerhausarbeiter fragt zur Sicherheit beim niederösterreichischen Ökoland-Getreide-Chef Andreas Kocourek nochmals nach. Der, so der Lagerarbeiter, versichert, dass es sich um "Bioware" handelt. Kocourek bestreitet, diese Garantie abgegeben zu haben. Die Ware sei stets als konventionelle Ware deklariert gewesen. Das Lagerhaus hätte vielmehr beim Beschriften geschlampt. Die falsch deklarierte Gerste vermehrt sich in den Lagerhäusern jedenfalls wie der süße Brei: "Bei zusätzlichen Recherchen wurden weitere 650 Tonnen konventioneller "Ernte-Projektgerste" entdeckt, die ebenfalls als Bioumstellungsgerste deklariert wurden", fasst Ernte-Chef Ortner in seinem Brief die Ermittlungen zusammen. "650 Tonnen", so versichert ein Kontrollor, "das ist in der Bioszene schon ziemlich viel." Der unter Beschuss geratene Ernte-Getreide-Manager Andreas Kocourek bestreitet die Vorwürfe vehement und droht mit Klagen: "Ich lasse mir nicht die Bioschiene in Österreich von ketzerischen und falschen Vorwürfen zerstören. Da werden sich auch die 3000 erfolgreichen Bauern wehren." Die Gesetze seien eingehalten, niemand geschädigt worden. Und überhaupt: Er, Kocourek, sei kein Visionär, sondern ein Geschäftsmann. Mit den "Spinnereien" der Fundamentalisten habe er nichts zu tun. Die "fundamentalistischen" Kontrollore der ABG sehen die Sache anders: "Wir haben falsche Deklarationen aufgedeckt und an die Behörden weitergemeldet. Wenn die Bauern das Futter im guten Glauben als reines Biofutter verfüttert hätten, hätten sie massive Probleme bekommen können", so Hans Matzenberger, Chef der ABG. Aufseiten der Firma Ökoland spricht Geschäftsführer Josef Aigner nun immerhin von einem "Missverständnis". Es seien ohnedies "nur 150 Tonnen" falsch deklarierte Ware an die Bauern direkt ausgeliefert worden. Der Rest sei in "Mischware" eingeflossen. Wie konnte so ein Schwindel im strengen Ökoland Österreich durchgehen? Schlamperei? Betrug? Wer hätte den Schaden ersetzt, wenn die Bauern nicht rechtzeitig gewarnt worden wären? Und wieso wurden die Landwirte erst verständigt, nachdem die Kontrollore den Skandal zu wittern begannen? Ökoland-Geschäftsführer Josef Aigner gibt sich ahnungslos: "Schwer zu sagen, vielleicht waren das Kommunikationsdefizite. Ich war ja nicht dabei." Für Ernte-Chef Ortner war die Causa ein "Alarmzeichen". Doch er wollte die "Missverständnisse" seiner Tochterfirma "nicht an die große Glocke hängen und unnötig Porzellan zerschlagen". Faktum 2: der Rindfleischschwindel Für die Scherben sorgte zu dieser Zeit ohnedies ein anderer hoher Manager der Firma Ökoland. Heute wird gegen den zweiten Geschäftsführer der Biovermarktungsfirma, Hans B., wegen Betruges ermittelt. Der Mann - für den die Unschuldsvermutung gilt - wird sogar von Franz-Josef Purkathofer, dem Pressesprecher des Ernte-Verbandes, als "Kleinkrimineller" bezeichnet. Sein Co-Geschäftsführer Josef Aigner sagt: "Ich bin menschlich schwer enttäuscht. Das war ein Mann mit krimineller Energie." Die Staatsanwaltschaft ermittelt. B., so ein vertraulicher Bericht der Austria Bio Garantie, soll "nachweislich konventionelle Ware als biologische Ware übernommen, verarbeitet und vermarktet" haben. Es geht um Tausende Kilo feinstes Rindfleisch, das an ahnungslose Biofleischhauer ausgeliefert worden sein soll. In der Zentrale der Firma "ja! Natürlich" hat der einstige Chef der größten Biovermarktungsgesellschaft nun sogar Hausverbot. "ja! Natürlich"-Chef Werner Lampert will schon "vor eineinhalb Jahren vor diesem Mann gewarnt" haben. Der gelernte Metzger B., so die Recherchen der ABG, war nämlich nicht nur Geschäftsführer der Firma Ökoland, sondern auch Chef seiner eigenen Firma B. Ges.m.b.H. Diese Firma handelte - rein zufällig - auch mit Fleisch. Geschäftspartner waren die Kunden der Firma Ökoland. Schon diese Doppelfunktion wäre dem Ökoland-Chef nach Dienstvertrag und Gesetz strengstens verboten gewesen. Denn der Chef des größten Biovermarktungsbetriebes schloss mit sich selbst Geschäfte ab. Eine Sekretärin der Firma Ökoland fand im Frühjahr heraus, dass eine gewisse Firma S. immer wieder Rinderhälften zu extrem teuren Preisen verkaufte. B. zeichnete die Geschäfte seltsamerweise ohne Proteste ab. Die Verantwortlichen werden stutzig und kontrollieren die Firma S. und die Herkunft ihres teuren Fleisches. Und siehe da: Lieferant des Luxusfleisches ist wieder die private Firma des Ökoland-Geschäftsführers Hans B. Der böse Verdacht bestätigte sich: "B. missbrauchte eine Mittelsfirma, um an Ökoland zu stark überhöhten Preisen (Mehrpreis ca. ein Euro pro Kilo!!!) Rinderhälften zu verkaufen", schreibt der ehemalige Ernte-Chef Josef Ortner in seinem Brief. Spitzenmanager B. wird von Ortner zur Rede gestellt. "Er gestand alles reumütig ein. Er bat noch einmal um eine Chance. Als Motive seines Handelns nannte er Dummheit und Gier", schreibt Josef Ortner. Der Ernte-Verband gibt B. eine letzte Chance und verzichtet seltsamerweise auf die Kündigung. Doch dann lockte das Weihnachtsgeschäft um den Festtagsbraten. B. konnte es nicht lassen. Anfang Dezember 2001, so der Kontrollbericht, kauft seine private Fleischfirma 2350 Kilo Rostbraten, Beiried, Lungenbraten und vertreibt die Leckerbissen wieder über die Firma Ökoland, deren Geschäftsführer er selbst ist. Nun ist der Skandal perfekt: Die feinen Stücke stammen nämlich nicht von sauberen Biohöfen, sondern von konventionellen Landwirten. Der Kunde weiß davon freilich nichts. B., so Ortner, löste das Problem auf seine Art. Er schrieb das Wörtchen "Bio" auf das stinknormale Fleisch und fälschte, so die ABG-Kontrollore, die Rechnungen. Kontrollen war der Mann ja nicht ausgesetzt. Denn er verkaufte das Fleisch schließlich an Ökoland, deren Geschäftsführer er selbst war. Der Schwindel fliegt auf. B. wird gekündigt. Ökoland entschuldigt sich bei den Fleischern, die reingelegt wurden. Doch der zweite Geschäftsführer von Ökoland, Josef Aigner, will auf die Dienste des dubiosen Geschäftsführers noch immer nicht ganz verzichten. Bei Fleischereien gibt sich B. noch immer als rechte Hand der Ökoland-Manager aus. Aigner bestreitet das auch gar nicht: "Ich hab ihm gesagt, dass er uns in die Scheiße geritten hat und nun helfen muss, die Sache aufzuklären." Der ehemalige Ernte-Chef Ortner ist empört: "Der Umgang von Ökoland mit dieser Causa erregt meinen Unmut und mein Misstrauen. Mein Eindruck, dass Ökoland aus den Vorfällen nichts gelernt hat, bestätigt sich durch die Art und Weise, wie interne Probleme verharmlost bzw. verschwiegen werden." Der ehemalige Ökoland-Chef B. war für den Falter trotz mehrmaliger Versuche nicht zu erreichen. Faktum 3: Vertuschen von Importen während des Nitrofen-Skandals Ortner deckt in seinem Brief noch weitere Missstände auf, die ein schiefes Licht auf Österreichs Bioszene werfen. Selbst rund um den deutschen Nitrofen-Skandal, bei dem biologische Futtermittel durch krebserregende Substanzen vergiftet waren, handelte die Firma Ökoland nicht so, wie es die Öffentlichkeit erwarten würde. Per Presseaussendung des Ernte-Verbandes wurde versichert, dass "keine Futtermittel aus Deutschland importiert wurden". Eine glatte Lüge, wie Ex-Ernte-Chef Ortner heute karstellt: "Die gegenüber der Ernte-Pressestelle wiederholt von den Verantwortlichen getätigten Aussagen, dass keine Weizen-Importe aus Deutschland von Ökoland durchgeführt wurden, haben sich als unrichtig erwiesen, was falsche Presseinformationen und falsche Presseberichte ausgelöst hat." Ernte-Sprecher Purkathofer sagt: "Ökoland hat uns schlecht informiert, wir hatten keine Vertuschungsabsicht." Ökoland-Chef Aigner sagt: "Ich war in einer Stresssituation und habe mich geirrt." Josef Ortner steht vor seinem Bauernhof und wirkt erleichtert. Die letzten Wochen habe er schlaflose Nächte gehabt, weil er diese Sachen "intern aufklären" wollte. Wahrscheinlich werden die Medien seinen Hof nun belagern. "Ich werde viele Freunde verlieren", glaubt er. Nachsatz: "Doch das halte ich aus. Sonst wäre ich kein freier, unabhängiger Bauer mehr." Das Bio-business Die grünen Riesen Österreichs Bauern schmeißen jedes Jahr Waren im Wert von einer viertel Milliarde Euro mit dem Etikett "Bio" auf den Markt: 220.000 zufriedene Hendln, 16.000 glückliche Schweine, 58.000 Tonnen Getreide, 10.000 Tonnen Gemüse, 3000 Tonnen Obst, 30 Millionen Eier. Und die Österreicher greifen freudig zu. Der Ökolandwirtschaft werden jährliche Zuwächse von zehn Prozent vorausgesagt. Obwohl die Bioprodukte bis zu 25 Prozent teurer sind als normale Lebensmittel. Rindfleisch sogar bis zu 40 Prozent. Ein Ei von einer Käfighenne kostet 15 Cent, von einer Freilandhenne 30 und, wenn das Huhn nicht nur herumlaufen, sondern auch Bio futtern durfte, dann kommt das Ei auf stolze 45 Cent. Zwei Drittel der heimischen Ökolandwirte sind im Ernte-Verband organisiert, gegen dessen Tochterfirmen der ehemalige Ernte-Geschäftsführer nun schwere Vorwürfe erhoben hat (siehe dazu Seite 8). Ernte liefert den Großteil seiner Produkte an die Handelsriesen Billa, Merkur (beide "ja! Natürlich"), Spar ("Natur pur") und Adeg ("Bioplus"). Die Biopaletten der Supermarktketten waren bisher eine einzige Erfolgsstory: Bis zum EU-Beitritt Österreichs 1995 konnten Biolandwirte ihre Produkte nur über kleine Feinkostläden verkaufen, erst mit den neuen biologischen Richtlinien aus Brüssel setzten schließlich auch die Handelsriesen auf unverfälschte Lebensmittel. Im Gegensatz zu den kleinen Vetreibern setzten Billa, Merkur und Spar nie aufs Körndlfutterimage, sondern auf das vernünftige, saubere und gesunde Image einer Babsi Schett. Mittlerweile hat "ja! Natürlich" 320 Produkte, vom Camembert über Teigwaren bis zum Hüftsteak, im Angebot. "ja! Natürlich" setzt jedes Jahr 145 Millionen Euro mit den Ökowaren um. Die Qualitätsstandards sind freiwillig höher gesetzt als vorgeschrieben. Mit dem Siegel "Natur pur" von Spar wiederum sind 130 Produkte versehen. Seit zwei Jahren boomt das Geschäft mit dem Biowahn so richtig: Probiotische Joghurts sind der Renner. Das System birgt ein Problem: Die Ökobauern machen sich von den großen Handelsketten abhängig. Hinter vorgehaltener Hand beklagen sie wirtschaftlichen Druck und Erpressung. Aber es zahlt sich auch aus, ein Biobauer zu sein: Sie verdienen bis zu 11.000 Euro im Jahr mehr als ihre konventionellen Kollegen. Denn sie sparen bei Spritzmitteln, Medikamenten und Industriefutter. Riskieren dafür aber auch mehr, weil sie eben nicht mit Chemiekeulen gegen Schädlinge vorgehen und weil die Felder mangels Superdünger weniger intensiv genützt werden und somit weniger Ertrag abwerfen. Damit sie das Prädikat "Bio" führen dürfen, müssen sich die rund 20.000 Naturbauernhöfe strengen Kontrollen unterziehen. Der ganze Betrieb der Landwirte muss biologisch bewirtschaftet werden, einzelne Flächen beziehungsweise ein einzelner Produktionszweig reichen dafür nicht aus. Die Ökovorgaben der EU sind weit weniger streng als der österreichische Biocodex, den der Ernte-Verband festgeschrieben hat: Vom Anbau bis zum Transport und zur Lagerung im Geschäft ist der Weg der Öko-Ware streng staatlich reglementiert. Zusätzlich führt die staatliche Kontrollstelle Austria Bio Garantie Kontrollen durch. Mindestens einmal im Jahr schaut ein Ökosheriff unangemeldet vorbei und schaut nach, ob Pestizide, gentechnisch manipulierte Organismen, Leistungsförderer oder Medikamente vom Hof verbannt wurden. Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber fordert nun noch mehr Transparenz und unabhängige Kontrollen. Es sollen "alle tierischen Produkte nach einem ganzheitlichen Konzepte einheitlich bewertet werden". Bio-Sünder sollten - unter Einhaltung des Datenschutzes - für ausgewählte Konsumenten im Internet abrufbar sein. Bisher, so behaupten die grünen Riesen von Spar, Billa und Merkur, erwies sich das heimische Biobusiness als resistent gegen die großen Lebensmittelskandale: Obwohl im Dezember die erste österreichische BSE-Kuh im Waldviertel und kürzlich in Deutschland das verbotene Pflanzenschutzmittel Nitrofen in Ökofutter entdeckt wurde, sei noch kein Bioschnitzel in den heimischen Regalen liegen geblieben. EVA WEISSENBERGER, NINA WEISSENSTEINER |
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Juli 2002 © FALTER
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