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| Wen wähl ich denn da? |
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WAHL 02 Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und sein sozialdemokratischer
Herausforderer Alfred Gusenbauer kämpfen um den Wahlsieg. Doch auch wenn Rot wie Schwarz
es gerne würden - keiner von beiden kann alleine regieren. Für Unentschlossene ein
letzter Überblick über mögliche Regierungsformen, ihre Freunde, Feinde und
Knackpunkte. Was die Parteien alles mit Ihrer Stimme anrichten wollen. |
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| SPÖ - ÖVP Gemeinsamkeiten Osterweiterung: Wenigstens ein Großprojekt, das ordentlich hinhaut. Ausländer: Die ÖVP war hart, die Sozis waren früher auch nicht besser. Justiz: Nach Haider-Anwalt Böhmdorfer wieder ein parteifreier Justizminister. Macht: Mit der Zweidrittelmehrheit im Parlament fahren Rot und Schwarz über die Opposition drüber und pfeifen auf die Verfassung. Freunde Hans Dichand: Endlich wieder eine Regierung, die auf den greisen Krone-Boss hört. Die Minister stehen für die Audienz beim Medienzar Schlange. Sozialpartner: Die Oberpackler haben fast wieder so viel Macht wie in den 50 Jahren, in denen sie alles im Geheimen aushandelten. ORF: Die Roten lassen Geld über die Zentrale am Küniglberg regnen, die Schwarzen versorgen ihre Spezln in den Landesstudios. Hannes Androsch: Der nächste Vorstandsvorsitzende der staatlichen Beteilungsholding: ÖIAG? Blue Steel schmilzt wie Eis in der Sonne. Streitpunkte Studiengebühren: Kreiskys Kinder wollen die Uni wieder gratis machen. Unfallrenten: Auch diese Wende-Steuer will die SPÖ ersatzlos streichen. Ambulanzgebühren: Setzt sich Rot durch, müssen die Pensis nicht mehr weinen. Abfangjäger: Die Generäle jammern: Den Sozis kommt kein Flieger ins Land. Arbeitsplätze: Was ist schlimmer? Schulden oder Arbeitslose? Feinde Jörg Haider: Er ist wieder da! Diesmal aber wirklich. Freunderlwirtschaft, Postenschacher und Reformstau machen ihn wieder groß. Die Zivilgesellschaft: Die rot-schwarze Hegemonie petrifiziert - i. e. versteinert - sie. Die roten Freunde sitzen mit den schwarzen Feinden in einer Regierung. Und die Fremdengesetze machen sie sehr, sehr betroffen. Wen wählen, wenn man Rot-Schwarz will? Rot: Hängt die SPÖ die ÖVP deutlich ab, geht sich Schwarz-Blau nicht mehr aus. |
| ÖVP - SPÖ Gemeinsamkeiten Sicherheit: Polizei und Militär dürfen weiter lauschen und rastern. Verfassungsreform: Obwohl sie es mit einer komfortablen Zweidrittelmehrheit tun könnten, nehmen sie ihren Landesfürsten keine Kompetenzen weg. Drogen: Kiffen bleibt verboten, bei Schwarzen wie bei Roten. Diplomatie: Wüstensöhne warten vergeblich auf Postkarten aus Österreich. Freunde Thomas Klestil: Bei dieser Angelobung hat der Bundespräsident die Mundwinkel bei den Ohren. Industrie: Die Wendehälse drehen sich munter weiter - nichts wie zurück zur großen Koalition. Christoph Schönborn: Katholischer Kanzler ohne gottloses Drittes Lager. Beamte: Sie können, wie die Verwaltungsreform, wieder ruhig schlafen. Christian Konrad: Der Raiffeisen-Boss, Medienzampano (Kurier) und Waidmann bekommt wieder seine alte Jagdgesellschaft. Streitpunkte Budget: Den Roten Sparen beizubringen, ist wie dem Hund die Wurst zu fladern. Pensionsreform: Warum soll jetzt endlich funktionieren, was nie geklappt hat? Neutralität: Die SPÖ behauptet, Österreich sei immerwährend neutral, die ÖVP will eh "noch nicht" in die Nato. Beide schwindeln. Privatisierungen: Bleibt die Verstaatlichte eine Privatisierungsagentur? Feinde Bruno Aigner: Der SPÖ-Querdenker wird wieder frieren. Und hungern: Er hat versprochen, nichts mehr zu essen, wenn die SPÖ der ÖVP den Junior macht. Robert Menasse: "Nichts ist schlimmer als eine große Koalition". Hans Sallmutter: Der erste rot-grüne Gewerkschafter verzeiht den Schwarzen nie. Wen wählen, wenn man Rot-Schwarz will? Schwarz: Wenn Wolfgang Schüssel Erster wird, steigt der Druck auf die Roten, das Land mit Schüssel vor den blauen Chaoten zu bewahren. |
| SPÖ - Grüne Gemeinsamkeiten Frauen: Endlich wieder eine Frauenministerin, die nicht Herbert heißt. Unis: Studenten, quetscht euch in die Hörsäle und bummelt ewig rum! ORF: Und wieder wird umgefärbt. Diesmal zittern Blaue und Schwarze. Soziales: Der neoliberale Wind legt sich. Es gibt wieder Arbeitslose, Arme und Alleinerzieherinnen und nicht nur Sozialschmarotzer. Freunde Künstler: Subventionen für alle! Schwule & Lesben: Es wird wärmer in diesem Land. SOS-Mitmensch: Sie schmelzen dahin, wie einst ihre Kerzen. Kabarettisten: Die erste Regierung, die sie schmähstad macht. Tiere: Da lachen die Hühner! Streitpunkte Umwelt: Öko-Steuern bringen rote Betonschädel zum Brummen. Asyl: Werden die ersten Flüchtlinge auf die Straße gesetzt, erleidet der grüne Professor dasselbe Schicksal. Ein grünes Knittelfeld droht. Autobahnen: Grüne beweisen Mut zur Lücke. Doch die rote Dampfwalze rollt. Feinde Autofahrerklubs: Maut, Benzin und Steuer - das wird teuer! Polizei: Jetzt gehts um die Gummiwurst. Hans Dichand: Die Schlagzeile steht schon: "Volkszorn trifft Gruselbauer voll!" Christian Ortner: Der Format-Hardliner wittert kubanische Verhältnisse. Börsianer: Steigen die Grünen, sinken die Kurse. Burschenschafter: Wo kriegen sie in Zukunft die Millionen für die Renovierung ihrer Klos her? Wer streicht sie aus dem Verfassungsschutzbericht? Wen wählen, wenn man Rot-Grün will? Grün: Die Öko-Truppe hat sich als einzige Partei vor der Wahl deklariert. Je mehr sie abräumt, umso attraktiver ist sie für die SPÖ als Kanzlermacher. |
| ÖVP - FPÖ Gemeinsamkeiten Familien: Liebet und vermehret euch! Nulldefizit: Eine gute Verpackung wirft man nicht so schnell weg - auch wenn eigentlich gar nichts drinnen ist. Asyl: Innenminister Ernst Strasser ist Haiders bester Mann in der Regierung. Sicherheit: Mehr Kompetenzen für Schlapphüte. Freunde Kanzlei: Böhmdorfer-Gheneff Sie hat allen Grund zu klagen. Silvio Berlusconi: Damit seinesgleichen auch in Österreich geschieht. Muhammar Ghaddafi: Zeltln mit Freunden. Saddam Hussein: ... und wer sich sonst noch für den irakischen Diktator hält Streitpunkte Osterweiterung: Beim Veto-Geheul stellen sich die Schwarzen taub. Diplomatie: Arabische Diktatoren oder westliche Honoratioren? Budgetpolitik: Wer fürchtet sich vorm kleinen Mann? Saisonniers: Die Wirtschaft freut sich, die FPÖ hat Angst vor den Ausländern. Feinde Thomas Klestil: Kann der Präsident bei der zweiten Regierungsangelobung sogar noch böser dreinschauen? Der Slowene: Kann sich seine Straßenschilder aufzeichnen. Der Tscheche: Kann mit seinem Schrottreaktor einpacken. Die Ostküste: Kann sich ruhig den Grasser holen. Der Donnerstagsdemonstrant: Kann weiter latschen. Wen Wählen, wenn man Schwarz-Blau will? Blau: Geht sich Schwarz-Blau aus, wurde die Wenderegierung im Amt bestätigt. Je stärker die FPÖ, desto größer die Versuchung für Kanzler Schüssel, so weiter zu machen wie bisher. Die Blauen haben sich an die Posten gewöhnt und keine andere Wahl als die ÖVP. |
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