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Die Welt als Dorf
KULTURPOLITIK  Kunststaatssekretär Franz Morak im Gespräch über seine umstrittenen Personalentscheidungen für die Volksoper Wien und die Grazer Diagonale, die Dezentralisierung der kulturellen Landschaft und den Mittelpunkt der Architekturwelt. MATTHIAS DUSINI und CARSTEN FASTNER

MORAKS SUBVENTIONEN: Organisierte Kreativität

Falter 28   Originaltext aus Falter 28/03 vom 09.07.2003

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Vor zwei Wochen segnete der österreichische Nationalrat das Doppelbudget 2003/04 ab, das Kulturbudget wurde nicht gekürzt - und dennoch stehen derzeit zahlreiche Kulturinitiativen vor dem Aus, weil sie immer noch nicht wissen, ob und wie viel Förderung sie für das bereits halb abgelaufene Jahr von der Republik erhalten werden. Auch sonst fällt die Zwischenbilanz 2003 von Kunststaatssekretär Franz Morak (ÖVP) fragwürdig aus, wenngleich sich der ehemalige Burgschauspieler über mangelnde mediale Präsenz nicht beschweren kann. Zahlreiche seiner jüngsten Entscheidungen - wie die Streichung der Bundessubventionen für die Wiener Festwochen, die Ernennung einer neuen Intendanz des Grazer Filmfestivals Diagonale oder die Berufung des neuen Volksoperndirektors Rudolf Berger - waren ebenso heiß umstritten wie seine unermüdlich wiederholte programmatische Ansage, das kulturelle Verhältnis zwischen Stadt und Land neu ordnen zu wollen. Kurz: Es wurde wieder Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Kunststaatssekretär.


Falter: Erstmal Gratulation zu Ihrem neuen Budget: Es ist gleich geblieben. Wir haben diese gute Nachricht allerdings vergeblich auf Ihrer Homepage gesucht.

Franz Morak: Also erstmal ist das Budget nicht gleich geblieben, sondern um je 7,5 Millionen Euro für die Filmförderung und die Digitalisierung gestiegen. Diese Positionen hat der Finanzminister nicht wie früher im Kulturbudget verankert, obwohl das in Wahrheit Kulturthemen sind, die natürlich auch wirtschaftlich zu definieren sind.

Unsere Frage zielte auf die Art Ihrer Öffentlichkeitsarbeit: Das Budget wurde beschlossen, und die Institutionen könnten schon seit zwei Wochen wissen, ob und wie viel Subventionen sie bekommen.

Wir haben ja schon Anzahlungen geleistet und darauf hingewiesen, dass es aufgrund der späten Budgeterstellung und bis zur Genehmigung durch das Parlament zu Verzögerungen kommt. Jetzt befinden wir uns in der Erledigungsphase.

Seit Sie im Amt sind, trifft Sie der Vorwurf mangelnder Transparenz und Kommunikationsbereitschaft. Karl-Heinz Grasser sagt man nach, er habe zu viele Berater um sich, bei Ihnen könnte man den Eindruck gewinnen, es gäbe deren zu wenig. Haben Sie keine Consultingfirmen?

Erstmal muss ich sagen, dass die Kunstsektion des Bundeskanzleramts, der ich die Ehre habe, vorzustehen, nicht vergleichbar ist mit dem Umfang der Arbeit, die der Finanzminister hat. Selbstverständlich habe ich ein Kabinett und eine Pressesprecherin, von der Sie alle Auskünfte bekommen können. Ich würde sagen, dass wir sehr wohl Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Und zum Vorwurf mangelnder Transparenz: Ich glaube, dass die Transparenz allein durch den Kunstbericht gegeben ist, der jede Position in der Kunstförderung darstellt.

Warum haben Sie eigentlich den Vertrag von Volksoperndirektor Dominique Mentha nicht verlängert?

Verträge sind dazu da, dass man sie evaluiert. Und nachdem wir uns die Zahlen angeschaut und die Resonanz nach den Direktionsjahren Menthas alles andere als euphorisch beurteilt haben, lag eine Neuausschreibung auf der Hand.

Im selben Wortlaut, den seinerzeit Mentha mitformuliert hat. Was soll der von Ihnen bestellte Rudolf Berger eigentlich anders machen?

Ich würde sagen, warten wir erstmal ab. Rudolf Berger hat jetzt seinen Spielplan präsentiert, schauen Sie sich die Umsetzung und seine Interpretation desselben Auftrages an. Und wir werden das nach einer gewissen Zeit evaluieren.

Was man bereits vorab feststellen kann, ist eine weniger klare inhaltliche Abgrenzung von der Staatsoper.

Sie können das durchaus auch als Synergien nehmen. Ich glaube, dass Rudolf Berger sehr klug vorgeht, indem er sich fragt, wie er sich das große Reservoir der Staatsoper nutzbar machen kann.

Wie stellen Sie sich die Positionierung der beiden Häuser im Sinn einer Wiener Gesamtdramaturgie vor?

Ich glaube, das Gesetz lässt genug Spielraum, genau diese Dramaturgie zu definieren. Ich habe darauf zu schauen, dass der Konzern funktionieren kann. Sprich: Wenn wir innerhalb des Dreigestirns Burgtheater, Staatsoper, Volksoper und der Zentralwerkstätten eine Problematik bekommen, dann gibt es Handlungsbedarf. Hab ich mich deutlich ausgedrückt? Gut.

Die Frage war auch im Hinblick auf das dritte Wiener Opernhaus gestellt: das Theater an der Wien, das zwar nicht in Ihre Zuständigkeit fällt, wo es aber sinnvoll wäre, die Programmatik mit den beiden Bundesbühnen abzustimmen. Allerdings sind Kommunikationsprobleme zwischen der Stadt Wien und Ihnen zu beobachten.

Ich wüsste nicht, warum. Den Spielplan eines Hauses, und das halte ich für einen Glücksfall, macht weder ein Stadtrat noch ein Staatssekretär, sondern den machen die Häuser. Auf Basis der budgetären Lage und ihrer Wichtigkeit sind Staats- und Volksoper durchaus Leitbetriebe. Und wenn es Leitbetriebe gibt, heißt das, dass sie die Linie vorgeben und sich alle anderen was überlegen sollen.

Sie haben für das Grazer Filmfestival Diagonale mit Miroljub Vuckovic und Tillmann Fuchs zwei Direktoren neu bestellt, die vom Trägerverein nicht angenommen wurden. Wie gedenken Sie darauf zu reagieren?

Es gibt keine wie auch immer geartete Erbpacht auf die Intendanz der Diagonale. Aber es gab eine Vereinbarung mit Stadt und Land, dass wir als Hauptsubventionsgeber eine neue Führung etablieren werden. Auch im Hinblick auf das Konzept, einerseits im internationalen Festspielzirkus eine Nische zu finden und andererseits die europäische Öffnung nach Osten nachzuvollziehen.

Es gab doch bereits Ostprogramme.

Es gab eine Programmschiene, ja. Aber es gibt Studios im Osten, es gibt Produzenten, ich möchte die alle nach Graz bringen.

Die Qualität der Diagonale war ja eher ihr Netzwerkcharakter, weniger ihre Funktion als Umschlagplatz.

Nur schließt das Netzwerk den Umschlagplatz nicht aus. Ist das wahr?

Das ist wahr. Nur, wie glauben Sie, dass im nächsten Frühjahr überhaupt eröffnet werden kann?

Ich glaube, dass sowohl Herr Vuckovic als auch Herr Fuchs durchaus in der Lage sind, so ein Festival auf die Beine zu stellen. Ich muss auch sagen, dass es im Grunde etwas eigenartig war, wie man die Bestellung des Herrn Vuckovic kommentiert hat: Er ist ein hervorragender und erfahrener Filmkurator, und jetzt ist er der Leiter der Diagonale. Ist da was dagegen zu sagen?

Die Diagonale ist nur ein Beispiel für die häufige kritische Resonanz auf Ihre Tätigkeit, nämlich: Sie greifen in eine bestehende, gut funktionierende Struktur ein, und dann wird nur ein halb fertiges Konzept präsentiert, ohne dass wirklich etwas weitergeht.

Das ist Ihre Meinung. Ich würde Sie im Sinne einer journalistischen Ausgewogenheit ersuchen, einfach den Herren Vuckovic und Fuchs eine Chance zu geben, ihr Konzept zu erklären. Und glauben Sie mir: Es ist eine politische Chance, die Osterweiterung so zu nehmen, wie sie sich uns darstellt. Nämlich dass wir diesen Filmschaffenden einen Platz bei uns geben. Sonst wird das Ganze wo anders hinwandern, nach Belgrad, Budapest oder sonst wohin. Und das, was Sie über meine Arbeit gesagt haben, halte ich natürlich nicht für richtig. Wenn wir uns die letzten drei Jahre anschauen, sollte man schon auch einmal zugeben: Okay, Freunde, da ist etwas Positives passiert. Wir haben etwa den unwürdigen Zustand beendet, dass die Arbeiten von Professor Gironcoli quasi in einem Lager verkommen, und konnten ihm in Schloss Herberstein eine Auftrittsmöglichkeit verschaffen. Oder denken Sie an das Architekturbudget: heuer plus zwanzig Prozent. Oder nehmen Sie die österreichische Verlagsförderung, die wir heuer deutlich angehoben haben. Wir haben eine sehr große Konsequenz, was die Themen betrifft, die meiner Meinung nach aufgearbeitet gehören - weil wir ein großes Angebot für die Welt zu organisieren haben.

Warum überwiegt dann in der Öffentlichkeit der Eindruck, Sie würden eine Kulturpolitik betreiben, die an den Bedürfnissen der Künstlerinnen und Künstler vorbeizielt?

Ich gehe davon aus, dass Sie an Fakten interessiert sind. Die können Sie jetzt schreiben oder denunzieren. Das liegt bei Ihnen. Ich sage Ihnen nur: So sind die Facts.

Fragen Sie sich nicht, warum ein solches Bild von Ihnen entstanden ist?

Das ist eine sehr selektive Wahrnehmung. Es gibt durchaus künstlerische Kreise, die das sehr wohl anders wahrnehmen.

Wir würden gerne einen Schwenk aus der Stadt raus machen. Wo werden Sie Ihre Sommerferien verbringen?

Darf ich auch einen ganz kleinen, privaten Raum haben? Ich habe nur vierzehn Tage Urlaub. Darf ich die für mich behalten?

Ja, natürlich. Unsere Frage zielt auf Ihre programmatische Aussage im Wahlkampf ab, wo Sie davon sprachen, dass sich das Verhältnis zwischen Stadt und Land ändern soll. Wir zitieren aus Ihrem Interview über Neuberg an der Mürz ...

Über den Ernst-Jandl-Preis, sagen Sie es einfach.

... über den Ernst-Jandl-Preis: "Hier kommt man nicht um sieben und geht und halb neun wieder raus und hat Großstadt vorher und Großstadt nachher." Sind Sie Agrarromantiker?

Darf ich da unterbrechen? Ich breche es einmal auf das runter, was die Grundlagen dieser Überlegungen sind. In diesem Land hat dankenswerterweise ein sehr konsequentes Investment in die Kultur stattgefunden, und zwar über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Nun dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir feststellen: Um Gottes Willen, jetzt passiert in Bregenz was oder in Lockenhaus oder Neuberg an der Mürz. Wir haben zu wenig Geld in der so genannten Provinz. Es ist heute für keinen Kulturarbeiter in den Bundesländern mehr akzeptabel, dass wir sagen, es ist ein Standortvorteil, in Wien zu sein.

Aus den Budgetzahlen geht aber keine Umschichtung hervor.

Das ist kein revolutionärer Vorgang, dass ich sage, heute ist alles Geld in Wien und morgen alles in Oberzeiring. Gemeint ist, wir haben hier eine Bewegung der kulturellen Landschaft, die Dezentralisierung heißt. Ich habe das Signal gesetzt mit den Wiener Festwochen. Ich sag das ganz deutlich. Wir werden diesen Weg konsequent, aber so gehen, dass er vertretbar für beide Seiten ist. Das heißt, wir werden den Bewusstseinsprozess weitertreiben. Natürlich ist das nicht unabhängig von der Qualität der kulturellen Äußerungen. Nur weil ich sage: Ich bin am Land, deswegen krieg ich eine Subvention - 'tschuldige, das mitnichten. Aber wie gehen Sie damit um: Sie fahren in die Kulturhauptstadt Graz, und dort sehen Sie ein Theater im Bahnhof, und das ist erste Sahne. Darauf muss man reagieren.

Man kann darin auch nur ein Politmanöver sehen: Sie fischen in den schwarzen Bundesländern nach Sympathien, die Sie in Wien nicht haben.

Ich weiß nicht, ob das richtig ist. Das sehen Sie wohl etwas voreingenommen. Ich sage Ihnen nur eines: Die Basisförderung für den Architekturraum Burgenland kommt ausschließlich vom Bund. Man soll das einfach einmal glauben, dass wir Kulturpolitik nicht ausschließlich für die Wiener machen.

Können Sie der These etwas abgewinnen, dass Sie eine ideologische Umverteilung vom Urbanen zum Ländlichen vornehmen?

Gar nichts. Schauen Sie, wenn wir die These akzeptieren, und die ist nicht von mir, dass die Welt ein Dorf ist ...

Die Welt ist eher eine Stadt, oder?

... ein kybernetisches Dorf -, dann würde ich das grundsätzlich verneinen. Aber das nur nebenbei.

Sie haben also keine Angst vor dem sozialistischen Zentrum und suchen Trost in der ländlichen Peripherie?

Sie erschlagen mich mit dieser Erkenntnis! Noch einmal: Was ich hier tue, ist eine Arbeit, die auf der Basis von Zahlen funktioniert. Ich kann niemandem in Linz oder Innsbruck einreden: Du bist nicht dabei! Damit das auch für die Falter-Leser klar ist. Es stand in Wallpaper geschrieben: Wenn es auf der Erde einen Mittelpunkt der Architektur gibt, dann heißt der Vorarlberg. Das wäre nach Ihrer Interpretation dann Peripherie oder flaches Land oder Provinz. Wallpaper ist eine Zeitung, die liegt in Sidney, in London, in New York, in Tokio auf. Der Peter Turrini hat sehr lange in Wien gelebt, er lebt jetzt in Niederösterreich. Der Herr Nitsch hat lange in Wien gelebt und ist jetzt in Niederösterreich. Es hat sich aufgrund des Internets, der Autobahnen, der Verkehrssituation sehr viel dezentralisiert.

Bei Ihren öffentlichen Auftritten fällt auf: Sie reden immer so laut. Warum eigentlich?

Ich weiß jetzt nicht, worauf Sie mich ansprechen.

Die Lautstärke Ihrer Stimme steht manchmal in Diskrepanz zur Bedeutsamkeit des Anlasses.

Es tut mir leid, wenn ich zu laut war. Ich werde mich bessern.

 

MORAKS SUBVENTIONEN
Organisierte Kreativität

Künstlerinnen und Künstler gehören zu den am wenigsten privilegierten sozialen Gruppen: Keine große Gewerkschaft oder Lobby schützt sie vor den Härten sozialer Wirklichkeit. Kunstprojekte entstehen in diesem unterprofessionalisierten Bereich vielfach durch informelle Abmachungen. Es ist fast wie auf dem Dorf: Jeder kennt jeden, man redet miteinander, vereinbart Projekte. Kunst entsteht - anders als im juridisch stark formalisierten Feld der Ökonomie - oft nur auf Basis gegenseitigen Vertrauens.
Erklärte Absicht der Subventionspolitik von Franz Morak war es, die Durchlässigkeit zwischen Kunst und Ökonomie unter dem Stichwort der "organisierten Kreativität" zu erhöhen - mit zweifelhaftem Erfolg für beide Seiten, wie sein Prestigeprojekt "Kunst gegen Gewalt" belegt. Im Februar 2002 rief Morak diese Initiative ins Leben, das Thema war dehnbar genug für unterschiedlichste künstlerische Regungen, von Konzerten bis zu einem Plakatwettbewerb "Werber gegen Gewalt". 948.000 Euro gab die Kunstsektion im Bundeskanzleramt (BKA) für das Projekt aus. Laut BKA wurde dieser Betrag von Sponsoren verdoppelt.
Für die Abwicklung einiger Projekte wandte sich Morak an den BKA-Berater und Kommunikationswissenschaftler Eugen Semrau, der sich seinen Gesprächspartnern gegenüber als Freund und Auftragsempfänger des Kunststaatssekretärs präsentierte. Semrau gründete als Trägerverein den Verein StadtKultur 2010 und quartierte sich in einer kleinen Wiener Werbeagentur ein, die er mit anfallenden Aufträgen versorgte.
Als Moraks Gesandter trat Semrau mit seinem Verein zum ersten Mal anlässlich einer für Frühjahr 2002 auf Burg Schlaining (Burgenland) geplanten Ausstellung zum Thema Frieden in Erscheinung. Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung hatte bei Morak vorgesprochen, weil dieser bei einem Besuch dem Leiter des Zentrums, Gerald Mader, verkündet hatte: "Sie sind das, was wir suchen: innovativ, kreativ, international. Wenden Sie sich an mich, wenn Sie Subventionswünsche haben." Statt einer einfachen Subvention bekam Mader eine ganze Invasion. Als Kuratorin wurde ihm die Philosophin Elisabeth von Samsonow präsentiert, als Produzent Eugen Semrau. Mader trat als Veranstalter in die zweite Reihe. "Ich dachte mir, wer zahlt, der schafft auch an."
Samsonow vertraute Semraus Rücksprachen mit dem BKA und legte los, beauftragte etwa den amerikanischen Künstler James Turrell mit einer Installation oder den Philosophen Toni Negri mit einem Katalogbeitrag. Am 4. Mai 2002 wurde die Ausstellung "Frieden weltwärts" im Beisein des Sektionschefs im BKA, Klaus Wölfer, eröffnet. Morak konnte mit dem Resultat zufrieden sein. Weniger zufrieden waren allerdings die Künstler, die sich nach Monaten des vornehmen Schweigens von Semrau an Samsonow wandten, um entstandene Spesen und versprochene Honorare einzufordern. Diese erklärte sich für nicht zuständig: Semrau sei für die Finanzen zuständig.
In ihrer Not wandte sie sich ans BKA, das einen "Vorschlag zur Güte" (Samsonow) unterbreitete und 27.500 Euro an das Friedenszentrum Schlaining zahlte. Wer da wem zu viel versprochen hatte, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Auch nicht, ob Semrau in betrügerischer Absicht gehandelt hat, wie es die Werbefirma in einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft deponierte. Sie zeigte Semrau an, da er Forderungen in der Höhe von 64.000 Euro für diverse Printprodukte nicht beglichen hatte. Im Oktober 2002 wurde er noch vom BKA auf eine internationale Tagung über Kulturpolitik entsandt. Ende März 2003 meldete er seine Handynummer ab, räumte sein Büro und ward seither nicht mehr gesehen. Moraks Friedensmission im kreativwirtschaftlichen Graben zwischen Kunst und Ökonomie endete mit langen Gesichtern.
MATTHIAS DUSINI

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Juli 2003 © FALTER
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