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Dreckiges Dutzend
FPÖ Der Ring Freiheitlicher Studenten plant eine Neuauflage der Bürgerwehr. Nun sollen Frauen vor Ausländern beschützt werden. DONJA NOORMOFIDI

Falter 19   Originaltext aus Falter 19/05 vom 11.05.2005

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Der neueste Plan des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) soll der Unter-drei-Prozent-Fraktion knapp vor der ÖH-Wahl noch Stimmen bringen und ist gar nicht lustig gemeint. Eine Hand voll vorwiegend männlicher Studenten rund um RFS-Obmann Hannes Kahr fühlt sich dazu berufen, Studentinnen, die sich – wie Kahr glaubt – oft selber nicht wehren können, in Studentenkneipen vor sexuellen Übergriffen durch Ausländer zu beschützen. Das sei bitte kein Wahlkampfgag, sondern ein echtes Anliegen: „Wir bekommen immer mehr Anrufe von Studentinnen, die in den Bars belästigt wurden“, beteuert der RFS-Obmann. Deshalb plant die Schar um Kahr die Gründung einer Studentenwehr, die schon ab nächstem Wochenende durch die Unibeisln patrouillieren soll. „Wenn irgend so ein deutlich erkennbarer Ausländer einer Frau auf den Busen greift und sie sich offensichtlich unwohl fühlt, werden wir ihn freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam machen, dass das bei uns nicht geht.“ Zu diesem Zweck wird sich das „dreckige Dutzend“ (Zitat Kahr) in einheitlichen T-Shirts in die Bars des Univiertels begeben, bewaffnet nur mit „Mut zur Zivilcourage“, wie Kahr betont, der seine ersten Erfahrungen bereits im gescheiterten FP-Projekt namens Bürgerwehr sammelte. Im Jahr 2002 machten dabei selbst ernannte Hilfssheriffs erfolglos Jagd auf Drogendealer und wurden ihrerseits von Demonstranten aus dem Stadtpark verjagt. Zurechtgewiesen sollen im Rahmen der Studentenwehr bei Bedarf jetzt auch grapschende Österreicher werden, doch: „Über die bekommen wir kaum Beschwerden, es sind vor allem die Ausländer.“

Gänzlich andere Beobachtungen hat man im Three Monkeys in der Elisabethstraße, einer der künftigen Einsatzorte der Studentenwehrler gemacht: „Mehr Probleme als mit den Ausländern haben wir mit Burschenschaftern und freiheitlichen Jugendlichen“, erklärt Geschäftsführer Andi. Auch Nini Cosimo-Ursi vom Revolutions in der Beethovenstraße hat keine Probleme mit ausländischen Gästen und will von der Studentenwehr nichts wissen: „Wenn die in meinem Lokal Leute belästigen, werfe ich sie raus.“ Selbsternannte Moralapostel brauche man im Revolutions nicht. „Das einzige was die bewirken würden, wären Massenschlägereien.“ Andreas Rambacher vom Orange hat ebenfalls keine Verwendung für die wehrhaften Studenten. „Das ist doch Schwachsinn, für Sicherheit im Lokal sorgen meine Security-Leute.“

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Mai 2005 © FALTER
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