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Wundertüte 2005

Termine

Das „Einsteinjahr“ – zugleich das Jahr der Physik – ist prallvoll mit Konferenzen, Ausstellungen und Vorträgen zu Ehren des Physikers. Und sogar das eine oder andere Experiment findet zu Ehren des Jubilars und der Wissenschaft statt. So wird die österreichische Physikerin Claire Gmachl genau fünfzig Jahre nach Einsteins Tod am 18. April in Princeton einen Laserstrahl auf die Reise um den Erdball losschicken, der am 19. April von Anton Zeilinger über die slowakisch-österreichische Grenze gebeamt werden soll.

In Deutschland, dem Einstein 1932 für immer den Rücken kehrte, ergeht man sich in einem Reigen von Veranstaltungen. Allein in Berlin stehen drei Ausstellungen bevor: „relativ jüdisch: Albert Einstein – Jude, Zionist und Nonkonformist“ (8.3.–6.5. und 1.–30.9. im Centrum Judaicum); „Albert Einstein – Ingenieur des Universums“ (16.5.–30.9 im Kronprinzenpalais) sowie das über neun Schauplätze in Berlin und Potsdam verstreute Künstlerprojekt „Einstein-Spaces“ (4.9.–30.10.). Im Deutschen Museum in München wird die Schau „Abenteuer der Erkenntnis. A.E. und die Physik des 20. Jahrhunderts“ (5.5.–31.12.) gezeigt. Und am Ort des Annus mirabilis, in Bern, gedenkt man des Genius Loci mit einer Sonderausstellung ab dem 16.6.

Kongresse und Symposien, deren Titel einander an Einfallslosigkeit überbieten, gibt es unter anderem in Berlin („Physik seit Einstein“, 4.–9.3.), in London („The Centenary of Einstein’s Annus Mirabilis“, 4.–5.3.), an der ETH-Zürich (Physics in the 21st Century – 100 Years after Einstein’s Annus Mirabilis, 7.–11.6.) und in Paris („Einstein’s Century“, 18.–22.7.).

In Österreich hält sich der Einsteinrummel in Grenzen. Am 15. März findet im Radiokulturhaus in Wien unter dem Titel „Leidenschaftlich neugierig – Albert Einstein auf der Suche nach dem Geheimnis hinter den Dingen“ ein „Einstein Science Event“ statt. Im Radioprogramm von Ö1 gibt es mehrere Einstein-Sendungen, unter anderem zwei Radiokollegs (7.–10.2. und 14.–17.3.), sowie ein „Salzburger Nachtstudio“ über den Medienstar Einstein (20.4.).
Die Akademie der Wissenschaften veranstaltet heuer eine Reihe von Einstein-Lectures.
Die nächsten Vorträge sind von Christoph Reigber (GeoForschungsZentrum Potsdam): „Das GPS-System und seine Bedeutung in der Erforschung des Systems Erde“ (9.3.), von Bernard Schutz (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / Albert-Einstein-Institut, Potsdam): „Gravitationswellen: Einsteins neues Fenster ins Universum“(27. 4.), von Sir Roger Penrose (Oxford University, UK): „ Is quantum mechanics 'incomplete' and do Einstein's principles help complete it?“ (25. 5.), und von Frank Schweitzer (ETH Zürich): „Von der Brownschen Bewegung zur Dynamik biologischer und sozialer Gruppen“ (28.9.)
Allein Graz trotzt der Einsteinmania. Das Thema des Weltkulturerbefests im Zeichen der Physik (10.–12.6.) lautet: Kepler und seine Zeit.

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