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Das Wissenschaftsmagazin im Falter

Liebe Leserin, lieber Leser! Im Sport ist das ganz einfach: Wer am schnellsten sprintet, am weitesten wirft oder die meisten Tore schießt, darf sich ganz oben aufs Stockerl stellen. In der Wissenschaft ist es ein wenig vertrackter. Klar: Auch in der Forschung gibt es einen Wettlauf um Entdeckungen, einen harten Konkurrenzkampf um Gelder und noble Preise für die Besten. Aber was ist die Maßzahl des Erfolgs? Was sind die Sekunden, Zentimeter und Tore des wissenschaftlichen Wettbewerbs? Wer sind die Schiedsrichter forscherischer Spitzenleistungen? Wie das Ranking und Messen funktioniert, und wie problematisch es ist, erfahren Sie im Artikel gleich rechts.
Selbst aufs Treppchen hieven kann man sich jedenfalls nicht. So stellen etwa die Verfasser der gerade publizierten Empfehlungen zu dem in Klosterneuburg geplanten Institute for Science and Technology Austria (ISTA) klar: Wenn sie den Begriff „excellent“ verwenden, beziehen sie sich damit auf höchste internationale Standards und Begutachtungsverfahren und nicht auf „self-proclaimed excellence“. Von dieser sich selbst zugeschriebenen Exzellenz gäbe es nämlich mehr als genug in der Welt der Wissenschaft.

Eine Forschungseinrichtung, die ihre Exzellenz nicht bloß behauptet, ist das Weizmann-Institut in der Nähe von Tel Aviv, weltweit führend etwa in der Nanotechnologie. „heureka“-Redakteur Klaus Taschwer hat sich vor Ort umgesehen. Seine ernüchternde Einsicht: Exzellenz bedarf langwieriger Aufbauarbeit und kann nicht kopiert werden.
Bedingungen, unter denen Spitzenforschung gedeiht, lassen sich laut dem Wissenschaftssoziologen J. Rogers Hollingsworth aber durchaus benennen: institutionelle Flexibilität, wissenschaftliche Autonomie, fachliche und kulturelle Vielfalt der Forscher sowie hohe Risikobereitschaft. Hollingsworths frohe Botschaft für Österreich: Viele Durchbrüche gelangen mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln. Nur müsse die Politik in Kauf nehmen, dass neunzig Prozent der hochriskanten Projekte scheitern werden.
Entscheidend ist auch das Personal. Wenn Hollingsworth Wissenschaftler trifft, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen, kommt er oft in Versuchung, sie an Spitzenunis in die USA zu vermitteln. Dort hat man nämlich begriffen, dass talentierte Leute nicht immer von selbst kommen und gerade die besten Köpfe umworben werden wollen.

Die besten Köpfe der Nation zu versammeln gehört zum Selbstverständnis der Akademie. Zugleich will die Österreichische Akademie der Wissenschaften Forschungsträger sein. Dafür eignen sich die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Verwaltungsstrukturen der Gelehrtengesellschaft jedoch längst nicht mehr. „heureka“ hat den neuen Präsidenten Peter Schuster befragt, wie er die Akademie reformieren will, damit exzellente Forschungsleistungen wie am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) oder am Institut für Quantenoptik nicht trotz, sondern dank der Strukturen erzielt werden.
Dass Exzellenz ein „buzz word“ ist, trifft in gewissem Sinne auch für die Geistes- und Sozialwissenschaften zu. „buzz“ heißt auch summen und brummen, und fragt man einen Philosophen oder Orientalisten, wie man bei ihnen Exzellenz misst, kommt das einem Stochern im Wespennest gleich. „heureka“ hat für Sie die Hand reingehalten.

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