Literaturtipps |
Daniel J. Levitin:
This Is Your Brain on Music: The Science of a Human Obsession.
New York 2006 (Dutton). 314 S., US-$ 24.95
Daniel J. Levitin war in seinem ersten Leben Rockmusiker und Studioproduzent, ehe er in die Wissenschaft wechselte und zum Hirnforscher mit Affiliation an der McGill University in Montreal wurde. Sein Spezialgebiet: Untersuchungen über die Arten und Weisen, wie wir Musik wahrnehmen und interpretieren. Außerdem schreibt der Mann auch noch Musikkritiken, was man seinem flott geschriebenen Buch angenehm anmerkt, das zugleich endlessly stimulating ist, wie kein Geringerer als der Neurologe Oliver Sacks meint. In Nordamerika zur Zeit fast schon ein Bestseller.
Steven Mithen:
The Singing Neanderthals. The Origins of Music, Language, Mind and Body.
London 2006 (Phoenix). 374 S., EUR 16,–
Der britische Archäologe Steven Mithen leitet in seinem provokanten neuen Buch The Singing Neanderthals aus den neurobiologisch und entwicklungspsychologisch erforschten Zusammenhängen von Sprache und Musik den Ursprung der Musik selbst ab. Denn die sogenannte IDS (Infant-directed speech), also was Müttern ihren Babys vorplappern, basiere auf Rhythmus und dem Wechsel der Tonhöhen, also einer Urform von Musik. Musik bzw. Gesang sei daher kein Nebenprodukt von Sprache, sondern eine Fähigkeit, die sich evolutionär eigenständig herausgebildet habe.
Friedrich Kittler:
Musik und Mathematik. Band 1: Hellas. Teil 1: Aphrodite.
München 2006 (Fink). 409 S., EUR 41,10
Der renommierte deutsche Medientheoretiker startet mit seinem Buch einen groß angelegten Versuch, die Geburt Europas gleichsam in der musikalischen Sphäre zu verorten. Kittlers Hauptthese im ersten Band: alle Schöpfungen der alten Griechen, von der Dichtung bis zur Wissenschaft und Religion, hängen mit der Sexualität zusammen. Für die zum Teil sehr widersprüchlichen Rezensionen siehe Perlentaucher.
Ursula Hemetek (Hg.):
Die andere Hymne – Minderheitenstimmen aus Österreich.
Wien 2006 (Verlag ÖDA). 200 S., EUR 24,90
Nationalhymnen sind nicht zuletzt auch Symbole der Macht. Denn sie beziehen sich weder im Text noch in der Melodie auf jene Teile der Gesellschaft, die als Minderheiten bezeichnet werden. Die andere Hymne ist ein Buch über Musik und Politik, über Macht und Widerstand, von Minderheiten und Mehrheiten – aus literarischer, musik- und politikwissenschaftlicher sowie journalistischer Perspektive.
Susanne Binder, Gebhard Fartacek (Hg.):
Der Musikantenstadl. Alpine Populärkultur im fremden Blick
Münster 2006 (LIT-Verlag), 288 S., EUR 29,90
Der globale Stadl
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