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Das Wissenschaftsmagazin im Falter

Der Molekularbiologe

Carlos Ribeiro, 31, arbeitet als Post-Doc am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien
Der größte Teil der rund zwanzig bis dreißig E-Mails, die ich täglich erhalte, sind Newsletter. Ich schätze, ich habe so um die dreißig davon abonniert. Sie versorgen mich mit Inhaltsverzeichnissen gerade erschienener Fachzeitschriften, mit Neuigkeiten in Sachen Forschungsfinanzierung, aber auch mit Resultaten von Suchrobotern, die neue Fachliteratur elektronisch nach für meine Arbeit relevanten Informationen durchstöbern.
Mittlerweile sind viele andere Informationen in extrem leistungsstarken unentgeltlichen Datenbanken organisiert – vor allem für Organismen, deren Genom entschlüsselt worden ist. Unsere elektronische Bibel heißt FlyBase (www.flybase.org), in der alle erdenklichen Daten zu den Genen der Fruchtfliege Drosophila zusammengestellt sind.
E-Mails ermöglichen mir auch, schnell an Versuchsmaterial zu kommen, konkret: Drosophila-Stämme mit spezifischen Genmutationen auszutauschen. Ich mag aber nicht immer mit der Geschwindigkeit des Mediums Schritt halten und verschiebe manchmal das Beantworten von E-Mails, die nicht dringend sind, bewusst auf einen späteren Zeitpunkt. Mit Anrufen auf meiner Handy-Mailbox halte ich es ähnlich.
Seitdem wir Computer an den Fliegenstationen haben, bin ich eigentlich konstant online. Damit können wir direkt die Daten aus den Onlinedatenbanken benutzen, was wiederum bedeutet, dass man heute auch als Molekularbiologe ziemlich viel am Computer sitzt. Und wenn man Daten auswertet, einen Artikel oder einen Projektantrag schreibt, dann verbringt man Wochen ausschließlich vor dem Computer.
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