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Informationen über Frauen
Bibliotheken hatten bei der Verbreitung von Wissen schon immer Kontrollfunktion: Sie nahmen Einfluß darauf, was gesammelt wurde und somit auch gelesen bzw. beforscht werden konnte. Ein Hauptthema der Frauenbewegung war deshalb von Anfang an die Forderung nach unbeschränktem Zugang zu Informationen. Und der war auch zu ihrer eigenen Literatur nicht immer einfach, denn diese wurde von offiziellen Institutionen entweder nicht gesammelt oder nicht adäquat beschlagwortet. Autonome Organisationen mühten sich mit niedrigen Budgets oft unkoordiniert nebeneinander ab.
Bis zum Jahr 1992, dem Jahr, in dem das "österreichische Wunder" geschah. Als solches wird nämlich die Etablierung der Kooperationsstelle für frauenspezifische Information und Dokumentation Ariadne an der etablierten Institution Nationalbibliothek auf internationalen Fachkonferenzen noch heute angesehen, wie Christa Wille und Helga Hofmann-Weinberger, die Leiterinnen von Ariadne, nicht ohne Stolz erzählen.
"1992 kamen viele glückliche Umstände zusammen", meint Christa Wille, die die Idee einer frauenspezifischen Dokumentationsstelle schon seit Mitte der achtziger Jahre verfolgt hatte. Dazu gehörte, daß mit Magda Strebl seit 1984 erstmals eine Frau an der Spitze der ÖNB stand, aber auch der Beginn der EDVisierung der ehrwürdigen Institution.
Und da war das engagierte Ariadne-Duo, das, obwohl in den Geschäftsgang eingebunden, relativ autonom arbeiten kann, gleich zu Anfang mit dabei: Hofmann-Weinberger lernte HTML, und 1995 bot Ariadne die ersten inhaltlichen Seiten der ÖNB im Internet an. Seit 1996 ist die Literaturdatenbank, neben der Anschaffung von Grundsatzliteratur und Hilfsmaterialien und den Schwerpunkten Informationsvermittlung und Vernetzung das Herzstück der Arbeit von Ariadne, über das Internet zugänglich, ebenso wie der vierteljährliche Newsletter.
"In einer Universalbibliothek wie der ÖNB", erläutert Wille, "ist viel frauenspezifische Literatur ,versteckt', z.B. in Sammelbänden und Zeitschriften." Neben den wöchentlichen Neuanschaffungen der ÖNB durchforsten die beiden Frauen deswegen vierteljährlich an die 300 wissenschaftliche Zeitschriften. Ein weiteres Projekt ist die Aufarbeitung des frauenspezifischen Altbestands der ÖNB, zunächst der historischen Frauenzeitschriften von der Jahrhundertwende bis 1938.
Die Datenbank enthält mittlerweile 17.000 Einträge, vor allem unselbständige Literatur aus dem Bestand der ÖNB bis 1990 zurück. In Österreich nicht erhältliche oder ältere Literatur kann zum Teil über andere Datenbanken, die via Internet abrufbar oder auf CD-ROM oder Mikrofiche vorhanden sind, eingesehen werden. Auch bei komplizierten Recherchen legt "Ariadne" den berühmten Faden durch das Labyrinth der Literatursuche.
Seit ihrer Gründung ist Ariadne Mitglied im zeitgleich entstandenen Verein frida (Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich), in dem autonome und institutionalisierte Einrichtungen mit unterschiedlichen Sammelschwerpunkten kooperieren.
Ariadne: Mo-Fr 9-15 Uhr und nach Vereinbarung,
Tel. 534 10-487, Internet: http://www.onb.ac.at/ben /ariadfr.htm.
frida: Internet: http://sus1.xphys.tuwien.ac.at/frida/frida.htm.
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