Läuft alles nach Plan, wird auch Seibersdorf Ende nächsten Jahres dazugehören. Zuvor müssen noch Methoden etabliert und an Analyseverfahren gefeilt werden. Bei der Kontrolle des Urins kommt zunächst die Gas-Chromatographie zum Einsatz, mit der sich eine große Menge an Substanzen nachweisen lässt. Ergeben sich "Verdachtsmomente", so sichert man diese mit der Massenspektrometrie ab, einer empfindlichen Detektionsmethode, die einen "Fingerabdruck" der Substanz liefert und dadurch eine eindeutige Identifizierung zulässt.
Nächstes Frühjahr wird das IOC zahlreiche Probeanalysen verlangen, bei denen die in der Verbotsliste enthaltenen Substanzen nachzuweisen sind. Oder eben nicht. Denn Fehler sind unter allen Umständen zu vermeiden, eine falsche Analyse kann eine Sportlerkarriere ruinieren. "Zweifelsfrei" heißt das Zauberwort. Zur Sicherheit kommt als zweites Kriterium die Schnelligkeit - der Wettkampf kann nicht warten, oft wird eine Analyse über Nacht benötigt. Die Faszination der Doping-Analyse besteht für Gmeiner in der Kombination zwischen Wissenschaft und Routine. Denn um neue (Abbau-)Stoffe nachzuweisen - "Harn ist ein besonderer Saft" -, bedarf es sehr intensiver und innovativer Forschung. Die Suche nach dem Betrug, pardon, Regelverstoß, erzeugt so neues Wissen.
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