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Familienalbum mit Bildnissen von UnbekanntenVizconde de Lascano TeguiWalter Marschitz Aus dem Spanischen übersetzt 2000 | Zsolnay, Wien 181 Seiten
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Rezension
Voila: Freunde der etwas anderen Literatur können sich ab sofort mit Lascanos außergewöhnlichem Roman "Familienalbum mit Bildnissen von Unbekannten" beglücken. Darin wird vom Versicherungsinspektor Michael Bingham berichtet, der am 8. Juni 1900 ein schweres Eisenbahnunglück überlebt und sich in den folgenden 21 Jahren ganz in die Genealogien von sechs zu Tode gekommenen Mitreisenden vertieft hat, um daraus wahrscheinlichkeitstheoretische Schlüsse zu ziehen. Letzteres gelingt nicht wirklich. Doch die Kurzporträts der Opfer und ihrer (häufig skrofulösen) Vorfahren, die teilweise bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden, zählen zu den absoluten Höhepunkten gelehrsam-skurriler Fabulierkunst - irgendwo zwischen Jorge Luis Borges, Raymond Roussel und dem späten Georges Perec.














