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 Fast Food Gesellschaft  

Fast Food Gesellschaft

Die dunkle Seite von McFood & Co
Eric Schlosser
2002 | Riemann, München
447 Seiten

EUR 24,60kaufenverschenken

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Rezension

Wie böse sind McDonald's & Co? Sehr böse, findet der amerikanische Journalist Eric Schlosser.

Der Bauch ist der Mittelpunkt des Lebens, heißt es in der chinesischen Medizin. Eric Schlosser hat sichangesehen, was der Durchschnittsamerikaner in Fast-Food-Buden in sich hineinstopft. Fazit: fast schon Zufall, dass es immer noch so viele Amerikaner gibt. Denn parallel zum Siegeszug der Fast-Food-Industrie nahm nicht nur der Anteil fettleibiger Menschen zu, auch die Chance, einen Krankheitserreger zu verspeisen, soll bei McFood viel größer sein.

Dem amerikanischen Journalisten geht es aber nicht nur um Fettleibigkeit und Krankheitserreger, sondern um den Einfluss der Fast-Food-Industrie auf Politik und Gesellschaft. In Brasilien ist McDonald's der größte private Arbeitgeber, in Frankreich der größte Abnehmer von Agrarprodukten. Etwa zwei Drittel der in amerikanischen Fast-Food-Restaurants Beschäftigten sind jünger als zwanzig Jahre. Die so genannte "McDonald's Bill" erlaubt es Arbeitgebern, 16- bis 17-Jährigen zwanzig Prozent weniger als den Mindestlohn zu bezahlen. Dafür wandern Spendengelder aus der Fast-Food-Industrie zu konservativen Politikern. Schlosser zeichnet die Erfolgsgeschichte der Brüder Richard und Maurice McDonald's nach, er schreibt über ihren Kampf gegen die Gewerkschaften, erklärt die Hintergründe für das Aussterben der unabhängigen Rinderzüchter in den USA, schildert die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Fließbandarbeiter in der Fleischindustrie und erklärt, dass in den USA mehr Fast-Food-Mitarbeiter durch Überfälle am Arbeitsplatz getötet wurden als Polizisten im Dienst. Es wird zwar auf den Einfluss der Konsumenten durch den starken Wettbewerbsdruck, dem die einzelnen Unternehmen unterliegen, verwiesen, der Autor schafft es aber trotzdem, das Moralisieren zu vermeiden. Und das ist gut so. Denn wer nach diesem Buch noch gerne Fast Food isst, dem ist ohnehin nicht zu helfen.

Nina Horaczek in Falter : Wien 19/2002 vom 8.5.2002 (Seite 11)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

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