Rezension
Vor gut 80 Jahren unternahm Alexandre Koyré den Versuch, zu vergessen, was er wusste über Natur und Wissenschaften, und sich in den Kopf des Arztes und Naturphilosophen Paracelsus hineinzuversetzen. Paracelsus’ wildes Denken sieht Koyré als typisch an für die Renaissance: an der Schnittstelle zwischen vormoderner und moderner Weltsicht. Auch heute noch wirkt dieses Gedankenexperiment frisch und überzeugender jedenfalls als herkömmliche Versuche, Paracelsus zu verstehen anhand dessen, was dieser noch nicht wusste oder wissen konnte. Das kluge Nachwort von Sabine Baier vervollständigt diesen schmalen, aber feinen Band.
Kirstin Breitenfellner in Falter : Wien
25/2012 vom 20.6.2012 (Seite 30)