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SchneeOrhan PamukChristoph K. Neumann Aus dem Türkischen übersetzt 2005 | Hanser, München 513 Seiten
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Rezension
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Hätte er etwas mehr auf die wie Flaumfedern vom Himmel fallenden Flocken geachtet, dann hätte er womöglich den starken Schneesturm, der da aufzog, gespürt und gefühlt, dass er sich auf eine Reise machte, die wohl sein ganzes Leben verändern würde, und wäre umgekehrt."
Die fatale, letztlich gar letale Reise, die der Dichter Ka hier unternimmt, führt diesen in die Provinzstadt Kars, wo er sich im Hotel Schneepalast einquartiert, um als Journalist den Hintergrund von Serienselbstmorden unter muslimischen Mädchen zu recherchieren, die man gezwungen hatte, das Kopftuch abzulegen.
Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk (Jahrgang 1952) hat fraglos den Schnee-Roman der Saison geschrieben. Er betitelt sich schlicht "Schnee" und erzählt unter anderem eine märchenhafte Liebesgeschichte: Der aus dem Frankfurter Exil zurückkehrende Protagonist trifft auf seinen Jugendschwarm, die schöne Ipek. Weniger märchenhaft sind all die ideologischen Verwerfungen zwischen Atatürk-Liberalismus und islamistischem Terror, religiöser Selbstbestimmung und säkularer Soltadeska, die dieser Roman zu einem epischen Panorama auffächert: Unterm Schnee liegt die Realität eines von Gegensätzen und Widersprüchen zerfurchten Landes.
Weiters in dieser Rezension besprochen:
- Der Zauberberg | Thomas Mann
- Castorp | Pawel Huelle
















