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Die Zukunft wird kein HonigleckenEin FamilienromanBernhard Moshammer 2012 | Milena, Wien 219 Seiten
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Rezension
Vor ein paar Jahren wartete man darauf, dass Bernhard „Börn“ Moshammer seinen Durchbruch als Singer/Songwriter erleben würde. Das ist nicht passiert, dafür hat sich der Wiener mit dem Schreiben von Büchern ein zweites Standbein zugelegt und ist dennoch bei der Musik geblieben. In Moshammers Debütroman „Zeit der Idioten“ (2009) bekam Bob Dylan einen Cameo-Auftritt, und in dem nun erschienenen Familienroman „Die Zukunft wird kein Honiglecken“ hat der Mittvierziger Lutz, der als Dramaturg am Burgtheater arbeitet, die zwanghafte Angewohnheit, seine Mitmenschen nach ihren Lieblingssongs einzuteilen. Dass die neue Flamme seines 17-jährigen Sohnes ein „Eternal Flame“-Typ ist, hat er gleich erraten.
Vielleicht rührt seine Obsession für ewige Lieblingslieder von der Einsicht, dass im Leben nichts von Dauer ist. Besonders bei einem wie Lutz: Seine Frau hat kürzlich einen Nachzügler geboren, doch als er ihr ein Verhältnis mit einer jungen Kollegin gesteht, zieht sie umgehend aus und sich ins Schweigen zurück. Und an der Seite seiner jungen Freundin fühlt er sich abwechselnd wie 25 oder wie 70. Der erwähnte ältere Sohn wiederum setzt den Lutz in Erstaunen, weil er im Gegensatz zu ihm selbst Verantwortung übernehmen und dem Baby seiner 18-jährigen Freundin ein guter Vater sein will – obwohl er weiß, dass das Kind nicht von ihm ist.
Ganz genau: „Die Zukunft wird kein Honiglecken“ ist ein Patchworkfamilienroman, sozusagen der Familienroman der Gergenwart, der die Wirklichkeit vieler Familien aufgreift und mit humoristischen Mitteln zuspitzt. Der zum Romantitel erkorene Spruch stammt natürlich von der älteren Generation, konkret aus dem Mund der Eltern von Lutz’ Beinahe-Exfrau, die zwar unerträglich sind, aber – so vermutet die nächstjüngere Generation in schwachen Stunden – meistens Recht haben.
Moshammer ist ein aufgeweckter Beobachter des Beziehungs- und Familienwahnsinns, der erzähltechnisch den Bogen manchmal ein wenig überspannt. Auch hat man das Gefühl, er legt seinen Figuren gern seine eigenen Ansichten in den Mund. Aber die sind zumeist so gewitzt, dass man das gern in Kauf nimmt.















