Tour de Farce

Kommentar: Doping ist im Spitzensport so verbreitet wie Muskelschmerzen. Bloß zugeben will das keiner

Vorwort | Thomas Rottenberg | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Elefantino hat gewonnen. Das war nicht überraschend. Nachher ist das Prophet-gewesen-Sein immer schrecklich leicht. Und ganz abwegig war es auch nicht, auf Marco Pantani als potentiellen Sieger der Tour de France zu setzen. Immerhin war der Italiener auch im Vorjahr einer der Favoriten gewesen. Immerhin hat Pantani heuer auch den Giro d'Italia gewonnen. Immerhin war der Abstand zwischen Giro und Tour heuer - Fußball sei Dank - groß genug, so daß ein Profi wie Pantani sich regenerieren konnte. Im nachhinein läßt sich so etwas ganz locker vorhergewußt haben.

Die wahre Überraschung der 85. Tour de France fand nicht auf der Straße statt. Auch nicht in den durchsuchten Mannschaftshotels. Sicher: Nie zuvor hatten Polizei und Justiz es gewagt, in den Verlauf der heiligen Tour dermaßen gravierend einzugreifen - und nach Dopingmitteln zu fahnden. Dabei hatten die Behörden bloß - wieder einmal - belegt, was im professionellen Spitzensport im allgemeinen und bei den Radprofis im besonderen


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