Politik

Politik | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Was war Lassinger Rettungsversuche Weiterhin keine Lebenszeichen im "Dom". Keine Spuren der zehn verschütteten Bergleute. Nach achtzehn Tagen verzweifelter und zeitweise bürokratisch-chaotischer Suche nach Überlebenden schwinden die Chancen auf ein zweites "Wunder von Lassing". Der angebohrte Luftraum, in dem die Bergbehörde die Verschütteten vermutete, ist fast bis zur Decke mit Wasser gefüllt. Die Einsatzleitung will die Suche dennoch nicht aufgeben. Der Medienzirkus kann - auf Kosten der verzweifelten Angehörigen - weiterhin mit aufgeregten Sondersendungen und vorschnellen Jubelmeldungen berichten.

Was kommt Sparautos Wie oft haben wir den Spruch schon vernommen, wie oft treuherzig blickenden Automobilindustriekapitänen ins Auge geblickt und der Dinge, die da kommen sollten, geharrt - und nie sind den Worten Taten gefolgt. Sogar Ex-Kanzler Vranitzky ließ sich einst dazu hinreißen, das Sparauto für die nahe Zukunft einzufordern. Drei Liter waren es, die Vranz der Industrie als Meßbecher pro 100 Kilometer aufnötigen wollte - und alle nickten brav. Nun stimmt auch die EU in den Reigen der Durstlosautoforderer ein - und proklamiert, bescheiden genug, den Sechs-Liter-Motor für 2008. Ob den Worten diesmal wohl Resultate folgen werden ...

Was fehlt Stilbene-freies Schulterscherzl "Den größten Kriminalfall der Landwirtschaft seit 10 Jahren" wittert Ministerin Barbara Prammer. Der Anlaß: Bei der Untersuchung von sechzig Tonnen tiefgefrorenem Rindfleisch, das Österreich im In- und Ausland kaufte und nach Italien exportierte, fanden italienische Kontrollore das krebserregende Hormon Stilbene. Prammer forderte die Österreicher medienwirksam auf, in den nächsten Tagen auf Rindfleischkonsum zu verzichten. Das Brisante am Fleischskandal: Vor der Ausfuhr hatte das verseuchte Fleisch (auch von zwölf heimischen Bauern) die Untersuchungen der österreichischen Behörden passiert.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige