Juvenile Brutalos/Interview: "Sperrt mein Kind ein!"

Politik | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Weil sie die Mißhandlungen durch ihren Sohn nicht mehr ertrug, zeigte Renate O. ihr eigenes Kind an. Ein letzter, verzweifelter Schritt, wie die Frau sagt. Zuvor war sie mit ihren Problemen nie angehört worden.

Falter: Sie haben Ihr eigenes Kind angezeigt - und dann wieder zu sich geholt. Wie geht das?

Renate O.: Ich habe nicht mehr gewußt, was ich tun sollte. Ich hatte nur noch Angst um mein Leben. Wenn ich nicht zur Polizei gegangen wäre, säße ich heute nicht hier. Ich habe geglaubt, daß es besser ist, wenn er hinter Mauern ist - zum Schutz vor sich selbst und zu meinem Schutz.

Haben Sie nie versucht, sich helfen zu lassen?

Günther war immer schwierig, konnte seine Aggressionen nur schwer im Zaum halten. Ich habe mich von klein auf bemüht, Hilfe zu bekommen, aber niemand war zuständig. Mit elf war er beim schulpsychologischen Dienst, aber bis die einmal Zeit haben ... Auf der Kinderpsychiatrie haben sie sich um einen Heimplatz bemüht, aber das Jugendamt hat sich dann nicht weiter


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