Bedient: Der Frechdachs

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Jusstudent Nikolaus steht um halb zwölf Uhr nachts am Bahnsteig der U-Bahn-Station Schwedenplatz, wartet auf den Zug und raucht eine. Wie einige andere Wartende auch. Es erscheinen fünf bewaffnete Beamte der "Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung" (WEGA): "Rauchen verboten!" Student Nikolaus (frecher Student!) dreht den Polizisten eine lange Wortnase: "Verboten ja, aber nicht strafbar. Denn juristisch ist das Rauchverbot nach dem Tabakgesetz eine Lex imperfecta, eine Bitte und keine sanktionierte Unterlassungsnorm." Götzzitat in höflichem Juristendeutsch.

Das genügt. Kurz vor Mitternacht müssen jetzt sehr wichtige Amtshandlungen vorgenommen werden: Ausweiskontrolle, Personaldaten aufnehmen, ins Funkgerät sprechen. Nikolaus versäumt mehrere U-Bahnen. Selber schuld. Wäre er nicht frech gewesen.

Tage später schickt die WEGA diese gesammelten Daten und ein seitenlanges Protokoll über das Vergehen an das Magistratische Bezirksamt für den ersten Bezirk. Ein Akt wird angelegt. Ein Strafverfahren


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige