Wienzeug

Politik | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Lega Nord-Ost Droht Wien die Abspaltung von Floridsdorf und Donaustadt? "Ganz so weit wollen wir nicht gehen", sagt Peter Lang, Bezirksrat in der Donaustadt: "Aber der Zentralismus ist mir schon ein Dorn im Auge." Deshalb gründete Lang, von Beruf Beamter im Außenministerium, in Anlehnung an Umberto Bossis Lega Nord nun die "Lega NordOst". Schließlich würden die Bezirke 21 und 22 von der Stadtverwaltung ständig wie "Kolonien vom Mutterland" behandelt, ärgert sich der 55jährige Parteigründer. Beispiel: "Die meisten unserer Bewohner schätzen Lebensraum mit ländlichem Charakter", argumentiert der Bossi-Erbe: "Dennoch werden unsere Bezirke mit Hochhäusern zugepflastert." Lang will mit seiner Lega bei den Nationalratswahlen 1999 antreten. "Für ein Grundmandat benötige ich etwa zehn Prozent der Stimmen in Transdanubien", rechnet er vor. Eine hohe Hürde, wie Lang aus den Gemeinderatswahlen 1996 weiß. Damals erreichte er mit seiner Donaustadtpartei drei Prozent und scheiterte am Einzug ins Rathaus. Aber diesmal will der stolze Transdanubier auf prominente Zugpferde setzen: "Ich stehe in Kontakt mit Baumeister Lugner." Kommentar des Baumeisters: "Wenn er will, kann er mithelfen."

Schwule und Lesben Der Name der Institution ist etwas sperrig - dafür soll sie umso flexibler agieren. "Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen" heißt jene Einrichtung, die im Ressort von Integrationsstadträtin Renate Brauner angesiedelt wird und nun konkrete Formen annimmt. Die Institution soll als Observer für Diskriminierungen von Schwulen und Lesben im Bereich der Wiener Stadtverwaltung - vom Magistrat bis hin zu den Verkehrsbetrieben und Bädern - dienen und die entdeckten Probleme auch lösen. Die Ausschreibung für die Besetzung wurde bereits abgeschlossen, mehrere Kandidaten in den engeren Auswahlkreis aufgenommen. Im Spätherbst wird die Anlaufstelle aller Voraussicht nach die Arbeit aufnehmen.


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