Kommentar: Aktionismus - out of action?

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Ganz böse war der Schriftsteller Robert Menasse vor einem Jahr, nachdem er Viktor Klima beim Eröffnen der Salzburger Festspiele zugehört hatte. Sinngemäß hätte der Bundes- und Kunstkanzler nämlich unter anderem gemeint: "Kunst will provozieren und schockieren. Aber wir sollten lernen, uns nicht provozieren zu lassen, die Künstler nicht zu skandalisieren, sie in Ruhe zu lassen, sie gelassen hinzunehmen." Wenn aber der Kunst die Kraft zum Schockieren genommen würde, so Menasse weiter, dann bedeute das zugleich auch ihr Ende (Falter 38/97). Die provokante Polemik des Künstlers war eindrucksvoll - doch wie zu ihrer Bestätigung blieb sie ohne konkrete politische Wirkung.

Hat also die repressive Toleranz, wie man früher einmal dazu sagte, auf allen Fronten der Kunst gesiegt? Wurde ihr endgültig der Stachel der politischen Subversion gezogen? Die Medien des Landes sprachen in den letzten Tagen und Wochen eine etwas andere Sprache: Kommentare und Leserbriefe der einen wie der anderen


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