Solides Deja Vu

Film: Mit "Twilight" ("Im Zwielicht") beschert uns Robert Benton einen altvaterischen, glänzend gespielten Detektivfilm.

Kultur | Christian Cargnelli | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Erst war er Polizist, dann Privatdetektiv und Trinker. Jetzt wohnt Harry Ross (Paul Newman), dem Frau und Tochter abhanden gekommen sind, in der Villa seiner Freunde Jack und Catherine Ames (Gene Hackman, Susan Sarandon), Filmstars früherer Tage. Vor zwei Jahren hat er ihre minderjährige Tochter Mel aus Mexiko nach Hause zurückgeholt, nun verrichtet er für Kost und Logis Hausarbeiten und erledigt Botengänge. Als Harry wieder einmal als Kurier unterwegs ist, gerät er in einen Kugelhagel, die Leiche eines Schnüfflers fällt ihm vor die Füße. Ein klassischer Film-Noir-Plot nimmt seinen Lauf.

Der Filmhistoriker Robert Warshow hat die amerikanischen Großstädte im klassischen Hollywoodkino als "cities of the imagination" bezeichnet; mythische Orte, die ihre Präsenz und Qualität nicht einem wie immer gearteten "Realismus" verdanken, sondern einem subtil stilisierten Arrangement von Licht und Schatten, Dekor und Architektur. "Twilight" evoziert noch einmal einen der schillerndsten Orte


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