Neue Platten

Kultur | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

James Carter: In Carterian Fashion Atlantic/Warner Von all den sogenannten "Young Lions" ist James Carter wahrscheinlich der unbekannteste und am meisten unterschätzte. Er ist ein tenor man, wie er im Buche und in der Tradition von Chuck Berry und Don Byas steht, ein Ausbund energiegeladener Klanglichkeit, egal, ob er als gutturaler Blues Preacher ("Down to the River") auftritt oder seinen Tenorsaxophonisten mit gospelig moduliertem Legato in die Register eines Sopransaxophones hinauftreibt. Gewiß ist Carter kein Innovator, aber seine stupenden technischen Fähigkeiten, die er auf den zehn auf der CD versammelten Titeln unter Beweis stellt, garantieren ein kulinarisches Hörvergnügen - ob es sich um die pure Sonorität des Intro von "Lianmo", die mit einer fetten Hammond-Baßlinie unterlegte "Odyssey" oder um das irrwitzige Stakkato-Honking handelt, mit dem der Saxophonist seine Komposition "Skull Grabbin'" einleitet; Carter greift sich die Totenschädel der Tradition, um damit zu jonglieren. K. N.


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