Krautflut und Arschfut

Literatur: Mit "Böselkraut und Ferdinand" hat der 1995 mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnete Franzobel sein circa 17tes Buch vorgelegt. Der Untertitel weist es als "Bestseller" aus.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Wenn ein Schriftsteller seine Bücher mit Titeln wie "Krautflut", "Beuschelgeflecht" oder - wie im jüngsten Falle - "Böselkraut und Ferdinand" versieht, dann darf man mutmaßen, daß er sein Sprachgärtlein nicht mit der Pedanterie des ordnungsversessenen Mustergärtners bestellt. Hier schießt alles üppig ins Unkraut, jedes Pflänzlein wird begossen, und von einer "unprätentiösen Einbindung des kalkuliert Fehlerhaften" ist schon im Nachwort zu jener "Krautflut" zu lesen, mit der der im hausruckischen Vöcklabruck geborene Franzobel 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann.

Vor sieben Jahren hat sich Franzobel, dessen sprachkupplerische Fähigkeiten vor dem eigenen Namen keineswegs haltmachen und der eigentlich Franz Stefan Griebl heißt, zur Dichtung entschlossen: "Bis 1991 arbeitete er als bildender Künstler, seitdem ist Franzobel Autor", vermerkt der Klappentext zu "Krautflut" trocken. In Wirklichkeit, so erzählt Franzobel, hat es schon zwei, drei Jahre gedauert, bis er eingesehen


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