Nüchtern Betrachtet: Bang, bang, Wettermoderator

Kultur | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Vielleicht sollte ich ja Terrorist werden. Da könnte ich dann eine von diesen Ab-sofort-benötige-ich-72-Stunden-lang-keinen-Schlaf-und-keinen-Sex-und-nur-ganz-wenig-zu-trinken-aber-bruchsichere-Thermoskanne-haben-wir-eh-dabei-Tabletten einzuwerfen, bräuchte keine Kolumnen mehr zu schreiben (wir sind doch hier nicht in Irland, wo jeder Terrorist auch noch im Kirchenblatt schreiben muß) und mich auch nicht zu duschen. Und wenn mir die Apothekerin mit "Junger Mann, Sie riechen etwas streng" kommt, dann antworte ich nur, "Ich bin Terrorist", feuere, tchk-tchk-tchk-tchk, eine Garbe zwischen die Sonnencremen und das Heiltee-Display und gehe, ohne zu zahlen. Eine ähnliche Behandlung (tchk-tchk-tchk-tchk) hätten jene zu gewärtigen, die einen schiefen Mund ziehen, sobald die Quecksilbersäule unter 30 Grad sinkt, und Wettermoderatoren - was ist das überhaupt für eine "Kultur", in der man sich mit Wettermoderieren seinen Lebensunterhalt verdienen kann? -, Wettermoderatoren, die zwar verläßlich


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