Wiener Brut

Wasserqualitä: Vor knapp zwei Wochen mußte das Gesundheitsamt vom Baden an drei Stränden der Alten Donau wegen erhöhter Belastung durch Fäkalkeime abraten. Inzwischen fragen sich die Verantwortlichen, wie die Keime ins Wasser kamen - und die Badegäste, wie es um die Qualität der restlichen Badegelegenheiten Wiens steht.

Sigrid Neudecker | Stadtleben | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Nach dem Klo und vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen.

Elterliches Mantra Scheißdreck!" Auch wenn sich der Badegast vergangenen Sonntag abend im Gänsehäufel lediglich über den Gehorsam seines Fußballs ärgerte, dürfte er unwissentlich erfaßt haben, worin er den ganzen Tag gebadet hatte.

Seit die Magistratsabteilung 15 (Gesundheitswesen) am Freitag vor knapp zwei Wochen wegen grenzwertüberschreitender Konzentrationen an "fäkalkoliformen Bakterien" empfahl, "aus hygienischen Gründen nicht in der Alten Donau im Bereich des Süd- und Oststrandes des Gänsehäufels und des Strandbades Alte Donau zu schwimmen", ist die Körperhygiene der Wiener Badegäste in aller Munde. Und immer mehr Schwimmer fragen sich, ob es wirklich erstrebenswert ist, sich im Wasserschatten seines Vorschwimmers aufzuhalten - drinnen im Hallenbad wie draußen in den freien Gewässern.

500 "koloniebildende Einheiten (KBE) fäkalkoliforme Bakterien" pro 100 Milliliter legte die EU in ihrer "Richtlinie

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