Phettbergs Predigtdienst (Nr. 317): Geheimausrufung

... Denn im Verborgenen feierten die frommen Söhne der Guten ihr Opferfest ... Weish 18,6-9 (1. Lesung am 19. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr C)

Stadtleben | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Um halb drei Uhr nachts klopfte es, der Camerlengo stand keuchend vor der Tür. Er hatte das versiegelte Kuvert aufgebrochen, in welchem ich ihm als einzigem den Schlüssel zur Wendeltreppe anvertraute, und flüsterte beinahe, daß sie sich entschlossen haben, die Verkündigung des neuen Papstes nicht tagsüber vorzunehmen, sondern jetzt sofort. So sehr sei die Stimmung gegen mich. Und einige Theologen meinten sogar, daß es nicht erlaubt sei, einen Papst zu konsekrieren, wenn 99,7 Prozent der Weltöffentlichkeit gegen ihn seien. So weit demokratisch sei die kirchliche Tradition nun doch. Aber die Strenggläubigen meinten, wir haben ihn gewählt, jetzt ziehen wir ihn auch durch. So schlichen Sodano und ich in die Peterskirche. Mit Taschenlampen gelangten wir zum Stiegenaufgang der großen Loggia. Reichensperger bildete, am Petersplatz stehend, mit drei Sekretären das Volk, und Sodano selbst filmte mit seiner Homevideokamera, damit wir einen Beweis hätten. Zuerst trat der Kardinaldiakon


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