Tier der Woche: Falscher Hund


Peter Iwaniewicz
Stadtleben | aus FALTER 32/98 vom 05.08.1998

Die sommerliche Medienlandschaft wird im allgemeinen von drei Tieren geprägt: Die Mutter aller Falschmeldungen ist die Ente. Diese durch schlechte Recherche (Check, Re-Check, Cross-Check - Sie kennen ja das Mantra unseres großen Redaktionsvorsitzenden) entstandene Falschmeldung lebt bisweilen auch in Qualitätsmedien. So berichtete CNN im Juli über einen angeblichen Giftgas-Einsatz der US-Armee in den siebziger Jahren gegen amerikanische Überläufer in Laos. Eine Ente, so fett und knusprig, daß die Verantwortlichen in japanischer Manier ihren Selbstmord anboten, falls dieser zur Wiederherstellung der Reputation des Senders beitrüge.

Die Seeschlange ist eine evoluierte Form der Ente: Befreit von jeglichem Realitätsbezug, ist sie eine Kurzmeldung in der Tradition der phantastischen Literatur über die Sichtung eines ungeheuerlichen Lebewesens, das natürlich nichts mit den real existierenden, in Küstennähe lebenden, maximal zwei Meter lang werdenden Seeschlangen (Hydrophiidae) zu

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