Standpunkt: Schulden und Sühne

Politik | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Es ist ein Skandal, das muß einmal gesagt werden. Es ist ein Skandal, wie eine bestimmte Partei anständige und fleißige Bürger dieses unseres Heimatlandes in den Dreck zieht. Es ist ein Skandal, wie eben diese Gruppierung den einfachen Häuslbauer beleidigt, der sich sein Eigenheim ein Leben lang vom Munde absparen mußte und sich dieses wegen der übermäßigen Steuerlast erst recht nur durch einen Bankkredit leisten konnte. Verunglimpft werden rechtschaffene Bürger wie Manfred Klopf. Der Mann wollte nämlich der Stadt nicht länger auf der Tasche liegen und gab deshalb seine Gemeindewohnung auf. Statt dessen kratzte er die letzten Groschen zusammen und rang seiner Bank einen Kredit ab, um sein bescheidenes Eigenheim finanzieren zu können. Sein Pech: Klopf war bis vor kurzem Mandatar der größten Oppositionspartei Wiens, die sich verbal immer für seinesgleichen stark gemacht hat. Als er ihr allerdings den Rücken kehrte, fielen die ehemaligen Kollegen über ihn her: Klopf sei "Teil einer Chaotentruppe", "hoffnungslos verschuldet" und habe "Dreck am Stecken", posaunte des Parteiführers Sprachrohr. Stellvertretend für die anständigen Bürger dieses unseres Heimatlandes müssen wir festhalten, daß private Haushalte derzeit über 600 Millionen Schilling an Krediten laufen haben. Ob da nicht auch einige FPÖ-Wähler dabei sind? G. J.


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