Billas Beute

Supermarkt: Mit Innovation und Härte hat Billa den amerikanischen Karrieretraum im Supermarktformat wahr gemacht. Der Schmuddeldiskonter wurde zu Österreichs mächtigstem Handelskonzern.

Gerald John und Florian Klenk | Politik | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Früher, da war Einkaufen ein politisches Bekenntnis: Die Bourgeoisie ließ sich den Aufschnitt beim Meinl einpacken. Die Arbeiterschaft holte sich die Wurstsemmeln standesgemäß beim roten Konsum. Die Bauern kauften beim ADEG. Nur die wahren Prolos schleppten ihr Bier im gelben Billa-Sackerl nach Hause. Früher. Da waren Märkte geschützt und Preise gestützt.

Heute ist alles anders. In Österreich ist die Marktwirtschaft eingezogen. Mit Wettbewerb, fünf Parteien und Wechselwählern. Heute treffen sich alle im einstigen Schmuddelladen - die Hofratswitwe, der Arbeiter und der Bauer. Konsum wurde liquidiert, der Meinl-Mohr liegt in den letzten Zügen. Das gelbe Billa-Sackerl hingegen ist stärker vertreten als je zuvor. Und täglich nimmt die Zahl der Sackerlschlepper zu.

Nach mehreren hundert Konsum-Filialen hat der deutsche Billa-Eigentümer Rewe nun auch einen der renommiertesten Familienbetriebe Österreichs aufgeschnupft. In zwei bis drei Jahren, versichert man bei Rewe, wird der

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