Billas Beute/Shop-Design: Abenteuer im Flagshipstore

Politik | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Mit Christian Mikunda besucht man Supermärkte nicht zum Einkaufen. Ihn interessieren nicht die Schnäppchen der Wurstabteilung, die Sonderangebote in der Obstecke lassen ihn kalt. Statt dessen inspiziert er das Design des Mobiliars, begutachtet die Lichtquellen und wirft mit Fremdwörtern um sich. Rolltreppen bezeichnet er als "landmarks", in Verkaufsräumen erkennt er "cognitive maps", Schaufenster entlarvt er als "teaser".

Mikunda sieht Kaufhäuser nicht mit den Augen eines gewöhnlichen Konsumenten. Der 41jährige Theaterwissenschaftler und Psychologe ist Spezialist für Busineß-Entertainment. Leute wie er versuchen den Konsumenten zu geben, wonach sich diese beim Einkaufen, abgesehen von Sonderangeboten, noch sehnen: Erlebnis und Unterhaltung. "Shopping ist Entertainment", sagt er - das gilt heute sogar für Lebensmittelgeschäfte. Mikunda gestaltet keine Shops, er "inszeniert" sie. Wie ein Dramaturg. Unter anderem für Palmers, Humanic, Salamander, dm, Kika und die deutsche Karstadt-Kette,

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