Dreckiges Gold

Zeitgeschichte: Jahrzehntelang hat sich die CA nicht um die Aufarbeitung ihrer Geschäfte mit jüdischem Raubgold und arisiertem Vermögen gesorgt. Jetzt drohen ihrer Eigentümerin Bank Austria Milliardenklagen.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Vergangene Woche blickten Wiens Banker besonders bestürzt nach New York: Es waren nicht die Aktienkurse der Wall Street, die ihnen Sorgen bereiteten, sondern ein Historikergutachten über die Goldgeschäfte der Deutschen Bank und der Wiener CA im Zweiten Weltkrieg. Kaum war das von der Deutschen Bank in Auftrag gegebene 86-Seiten-Gutachten veröffentlicht, drohte der New Yorker Anwalt Edward Fagan, Vertreter von 31.000 Holocaust-Überlebenden, mit Milliardenklagen: "Die CA spielte als Teil der Deutschen Bank beim Verkauf geraubten jüdischen Goldes eine zentrale Rolle", versicherte er. "Diese Woche", so Fagan im Interview mit dem Falter, "analysiere ich in Frankfurt mit Experten die gesellschaftsrechtliche Stellung der CA im Zweiten Weltkrieg. Dann werde ich möglicherweise eine Klage einbringen." Wie viele Mandanten Ansprüche an die CA geltend machen werden, will Fagan noch nicht verraten. Österreicher haben noch keine Ansprüche gestellt. Daß Fagan seine Ankündigungen ernst meint,


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