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Politik | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Verlorene Synagoge Die Gedenktafel in der Josefstädter Neudeggergasse ist genauso unauffällig wie der dunkelgraue Gemeindebau, an dem sie angebracht ist. Sie erinnert an die Synagoge, die einst dort stand und in der "Reichskristallnacht" im November 1938 zerstört wurde. Eine Gruppe von Bewohnern des Grätzels um die Neudeggergasse will die Erinnerung an ihre ehemaligen jüdischen Nachbarn nun aufleben lassen. Im Rahmen des Projekts "Verlorene Nachbarschaft - Die Synagoge in der Neudeggergasse" soll vom 10. Oktober bis 10. November dieses Jahres ein zweigeteiltes, 38 Meter hohes und jeweils 11 Meter breites Bild des Gebetshauses aufgestellt werden. In diesen Wochen soll der Ort, hoffen die Iniatoren, zu einem Zentrum der Erinnerung, Besinnung und Begegnung werden. Allerdings ist die Finanzierung des zwei Jahre lang wissenschaftlich vorbereiteten Projekts noch nicht ganz gesichert. Es fehlen etwa 800.000 Schilling, die durch Spenden aufgebracht werden sollen.

Spenden-Kontonummer: 697 347 607. BLZ 20151.

Samstag bleibt Sonnabend Hilde Hawlicek ist der österreichische Dialekt nicht "Blunzn". Angesichts der Sprachpolitik der EU fühlt sich die SP-Abgeordnete im Europaparlament deshalb bemüßigt zu fragen: "Fehlen der EU ein paar Zwetschken?" Hawlicek sorgt sich darum, daß österreichische Dolmetscher wegen verwendeter Austriazismen bei europaweiten Job-Bewerbungen zu kurz kommen könnten. Denn die EU hat lediglich 23 typisch österreichische Ausdrücke - von Beiried über Karfiol und Paradeiser bis Weichseln - anerkannt. Sprachwissenschaftler schätzen hingegen, daß rund 5000 Ausdrücke das Österreichische vom Deutschen unterscheiden. Der EU dürfte das allerdings "Powidl" sein. Der Samstag werde wohl weiterhin Sonnabend und der Jänner weiterhin Januar bleiben, schwant Hawlicek.


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