BILANZ: Das war "Im Puls"

Kultur | Helmut Ploebst | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Was für ein Einstieg! "Im Puls - Tanz '98" hat Anfang Juli mit William Forsythes beeindruckendem Stück für das Ballett Frankfurt, "Eidos : Telos", begonnen. Ballett, Bühne, Licht, Musik und Text verschränken sich in dieser dreiteiligen Arbeit zu einem teils mathematisch kalten, teils wütenden, teils poetischen Zeit-Raum-Objekt, in dem Eidos (griech.: Vorstellung, Bild) und Telos (griech.: Ende, Tod) einander palimpsesthaft überschreiben.

Der Stolz des Festivals dagegen, das einwöchige Gastspiel aller drei Compagnien des Nederlands Dans Theaters (NDT) unter Jiri Kylian - ein weltweit seltenes, weil teures Vergnügen -, blieb künstlerisch konventionell. Humorige Verspieltheit, tanztechnische Qualität und die Routiniertheit der Choreographien von Johan Inger, Kylian selbst, Hans van Manen, Ohad Naharin sowie Paul Lightfoot steckten tief in einer sehr beliebigen Bühnenästhetik und beklemmenden thematischen Banalität. Kylian selbst scheint zur Zeit eine künstlerische Neuorientierung


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