Spielplan

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Giuseppe Verdis "Don Carlos" ist eine für das Pariser Opernhaus geschriebene fünfaktige "Grand Opera", die erst später, für Italien, auf vier Akte reduziert und übersetzt wurde. In dieser Gestalt wird sie auch bei den Salzburger Festspielen gespielt. Die Modernität der "Grand Opera" bestand damals in einem völlig neuartigen Ineinandergreifen von Dramaturgie, Bühnenbild, Kostümen, Beleuchtung, Personenführung und einer eigentlichen Regie mit der Musik. Herbert Wernicke als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner hingegen reduziert: In allen sieben Bildern werden mit denselben, faschistisch-monumental wirkenden Fassadenelementen Bühnenräume gebaut. In diese dringen sieben, nach dem Vorbild von Ku-Klux-Klan-Hauben gestaltete goldene Kegelelemente ein: Eine variierte Bildmetapher für den omnipräsenten Kampf zwischen der weltlichen und kirchlichen Macht von König und Inquisition in dieser Oper. Jegliches historische oder lokale Kolorit entfällt.

Das ist zunächst ein einleuchtender


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