Der Bogen des Themistokles

Neues Lokal: Ein weiterer Schritt in Richtung der Gastronomisierung der Stadtbahnbögen: ein neuer Grieche mit falschem Namen.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Und, ward ihr heuer schon alle in Griechenland? Jaaaaaaaa! Und habt ihr dort fein gegessen, Köstlichkeiten, von deren Aroma euch die Sinne schwanden, mit Witz gewürzt und so frisch, daß es nur so eine Freude war? Neeeeeiiiiiin! Schade, denn erstens verabschiedet man sich auch dort vom touristischen Einheitsgatsch aus liebestötendem Tsatsiki, trockengegrilltem Souvlaki und drögem Bauernsalat, und zweitens - wenn nicht in Griechenland - findet man die köstlichen Geschmäcker der Ägäis in Wien sicher nicht.

Zumindest nicht im neuesten griechischen Restaurant, das entweder eine griechische oder eine deutsche Rechtschreibreform vorweggenommen hat und sich "Pireus" nennt. Was - abgesehen von der Schreibweise - der Name jenes Ortes ist, der an Häßlichkeit nicht mehr übertroffen wird, wie jeder Griechenland-Urlauber weiß. Nun gut, schließlich gibt es schon genug Lokale, die Mykonos oder Sokrates heißen, und von den wenigen Worten und Orten, die man dem Wiener als griechisch verkaufen


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