Europa-Charly blieb zu Hause

Sommerfrischen: Am Stadtplan wird die Region Stammersdorf/Bisamberg immer abgeschnitten und irgendwo anders ins Eck gepickt. Darum findet sie auch kaum jemand. Teil vier der "Falter"-Zwei-Stunden-Urlaubs-Serie.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 33/98 vom 12.08.1998

Es zirpt und zwitschert. Und auf dem Weg liegt Sand. Gerade so, als ob irgendwo das Meer versteckt wäre. So, als wäre der Hang links des Weges eine Düne. (Rechts wachsen Weinstöcke, das nur nebenbei.) Eine Düne, die allerdings stark mit Gras bewachsen ist. Deshalb ist auch rasch klar, daß der Damm keine ist. Auf Dünen stehen schließlich auch keine Schilder der Magistratsabteilung 29, auf denen verkündet wird, daß das Betreten "der Anlage" verboten ist. Nicht einmal dann, wenn keine wie auch immer geartete Anlage erkennbar und das Schild so alt ist, daß die Schrift nur als weiße Erhebung auf weißem Grund existiert. Brailleschrift für Sehende. Tatsächlich ist aber schon etwas da, dessen Betreten verboten werden könnte: ein Ensemble aus drei Dämmen, das aussieht wie ein Überschwemmungsgebiet. Sogar einen gemauerten Überlauf, der überschüssiges Wasser in ein kleines Flußbett entläßt, gibt es. Bloß müßte es schon eine gewaltige Überschwemmung sein, wenn hier, am Scheitelpunkt


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