STANDPUNKT: Ampel Schwarz-Grün

Politik | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Gerne philosophieren sogenannte Querdenker von SPÖ und ÖVP wortreich und unverbindlich über eine mögliche Ampelkoalition. Doch diesmal kommen die Spekulationen nicht von einem der üblichen Verdächtigen: Ernst Strasser, Adlatus des für bodenständige Machtpolitik bekannten nie derösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll, dachte laut über eine Koalition von ÖVP, LIF und Grüne nach. Die Variante hat durchaus Charme: Jede Überlegung über Alternativkoalitionen zu Rot-Schwarz abseits von Haider ist prinzipiell zu begrüßen. Allerdings hätten gerade Strasser & Co. in Niederösterreich die Möglichkeit vorzuzeigen, wie's geht. Im Landtag verfügt die ÖVP gemeinsam mit der Öko Partei über eine - wenn auch mit einer Stimme hauchdünn abgesicherte - Mehrheit. Eine Nagelprobe für eine schwarz-grüne Allianz gab es bereits, als vor einigen Wochen der Vorsitz des Kontrollausschusses im Landtag besetzt wurde. Die Grünen verhandelten mit der ÖVP über eine grüne Besetzung des Postens - schließlich sind Weinzinger & Co. als einzige Partei nicht in der Landesregierung vertreten. Letztlich entschied sich die Pröll-Partei allerdings für ein Rotationsprinzip unter den Landtagspräsidenten von Rot und Schwarz. Zwischen Dichtung und Wahrheit klafft bei Strassers Ampel-Phantasien noch eine große Lücke. G. J.


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