DOLM DER WOCHE: Andreas Laun

Politik | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

"Wo bin ich?", fragte sich der Salzburger Weihbischof in einem emotionell gefärbten Leserbrief an die Salzburger Nachrichten. "In Salzburg? Natürlich, mitten im Kulturerbe." Ein launiger Spaziergang durch die Innenstadt der Salzach-Metropole stimmte den Kirchenfürsten "traurig". Schuld am episkopalen Tränental waren "ein paar wenige Jugendliche', die auf dem Kapitelplatz auf einen Basketballkorb werfen". Basketballspieler auf dem Kapitelplatz. Sowas. Den Soundcheck für ein Rockkonzert hält der Kirchenmann für akustische Umweltverschmutzung. Tja. Über die Bischofshut-Schnur geht dem Oberhirten aber ein überlebensgroßes Jelinek-Plakat, das in ihm das dringende Verlangen nach Abreise der Autorin evoziert. Nicht zu fassen: Überlebensgroße Dichterinnen. "Salzburg wird all die peinlichen Entgleisungen von heute überleben". meint der Soutanenträger. Hoffentlich.


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