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Stadterweiterung: Zwischen der Alten und der Neuen Donau werken längst nicht mehr nur UNO-Beamte und Bauarbeiter - langsam kommt Leben in die transdanubischen Großbaustellen

Politik | Thomas Rottenberg und Reinhard Seiss | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Die Rax geht ihr nicht ab. Dabei gab es über Jahrzehnte kaum ein Wochenende, an dem sie nicht dort war. In dem schmucken Häuschen mit dem Garten. Gertraud Fraunhuber schüttelt nur den Kopf, wenn sie daran denkt, daß sie heuer erst einmal "draußen" war. "Um zu putzen." Lange bleibt der nachdenkliche Ausdruck nicht im Gesicht der Pensionistin auf der Terrasse im 22. Stock. "Heute ist es dunstig: Weiter als bis Hainburg kann man nicht sehen." Ein Segelboot durchschippert jenen Teil der Alten Donau, der zwischen dem blau-weiß gestreiften Peichl-Turm und einem anderen Hochhaus in der Nachmittagssonne liegt. Von ganz weit dringt leises Kinderlachen herauf. "Das Gänsehäufel. Wir haben uns einen Traum erfüllt."

Knapp über vier Millionen Schilling haben sich die ehemalige Bankangestellte und ihr Ehemann, ein pensionierter ÖBBler, den Traum kosten lassen. Viel Geld, aber nicht teuer, sind sie überzeugt. Immerhin haben sie dafür 115 m2 Penthouse-Wohnfläche am Dach eines der drei Sozialbau-Türme


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