"Der Fürst ist ein Perverser!"

Zeitgeschichte: Wie sich Fürst Karl Schwarzenberg, Berater und zeitweise Kanzler von Vaclav Havel, beim Schmuggeln von verbotener Literatur einen schlechten Ruf in der Trafik einhandelte. Ein Gespräch über Prag vom 21. August 68 bis zur samtenen Revolution 89.

Politik | Florian Klenk und Armin Thurnher | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Der Fürst hat nicht viel Zeit, er kommt am Nachmittag mit dem Flieger, am Abend diskutiert er im Fernsehen mit Haider, und dann ist er schon wieder weg, sagt sein Büro. Also holen wir ihn am Flughafen ab und beginnen das Interview im Taxi. In der Bar des Hotels Schwarzenberg, bei grünem Tee und Pfeife, erzählt der diskrete Schwarzenberg ("Helden waren andere") über seine Rolle bei der Entstehung der samtenen Revolution. Der heuer 61 Jahre alte Schwarzenberg hat als tschechischer und Schweizer Staatsbürger mittlerweile einen Teil des von den Kommunisten verstaatlichten Familienbesitzes zurückerhalten und wohnt auf dem renovierten Schloß Orlik und in Prag. In Österreich, wo die Familie ebenfalls beträchtlichen Besitz hat, förderte er in den Siebzigern junge Künstler und half bei der Gründung des trend/profil-Verlags. Als Präsident der Helsinki-Federation untersuchte er Menschenrechtsverletzungen auf dem Balkan und in ganz Osteuropa. Zahlreiche Dissidenten überlebten dank seiner


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