Presseschau

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

In der Antike pilgerte man zum Orakel, um die Zukunft gedeutet zu bekommen. Wer Format, das neue Fellner-Magazin, sehen will, muß Werber sein und eine Einladung haben. Dafür braucht er nicht zur Kult-, sondern bloß zur Kulturstätte. In der Nationalbibliothek werden die Neugierigen in Kleingruppen durch den Prunksaal geschleust. Format achtet darauf, daß das nicht zur kulturellen Belastung wird. "Sie wollten zum Schluß noch etwas sagen", unterbricht die Geschäftsführerin die Kunstführerin taktvoll mitten im Text. Im Augustiner-Lesesaal durchleben die Gäste auf drei Schirmen Videos mit Clinton, Fellner, Churchill, Ortner, Schröder und anderen Potentaten. Dann werden Vorhänge von Vitrinen gezogen, die Besucher, derart barock und imperial aufgeganselt, erheben sich aus den Klubsesseln (vermutlich Gegengeschäft) und werfen einen ersten Blick auf ES - das neue Format. Mehr kann diesmal nicht berichtet werden. Ah ja: der Erscheinungstermin wurde verschoben. Auf 5. Oktober. Das Burgtheater, wo man zu präsentieren gedenkt, war nicht eher frei. Der abendländische Kulturbestand kann es erwarten. Format wird sowieso Kult.


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