Die erste Kiba-Krise

Kino: Die Geschichte der Kiba reicht in das Rote Wien der zwanziger Jahre zurück: Die von den Sozialdemokraten gegründete Kinogesellschaft sollte den Kapitalismus mit dessen eigenen Mitteln schlagen - und fiel den Gesetzen des Marktes zum Opfer.

Kultur | Werner Michael Schwarz | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Ich halte es für einen absolut schweren Fehler, daß man sich nicht von der Partei bemüht, auf die Kinos Einfluß zu gewinnen, was einen ungeheuren Wert für die Partei hätte. Ich kenne die Berichte über die Besuche der Kinos, das sind 93.000 Menschen (pro Tag, d. Red.). Es ist ein Nachteil, daß das Kinowesen nicht politisiert ist, aber es wird nicht immer so bleiben. Es müssen die Menschen in irgendeiner Form bearbeitet werden, worin wir einen großen agitatorischen Wert sehen. Man müßte planmäßig einen Teil unserer Mittel dazu verwenden ..." Hugo Breitner, als Finanzstadtrat der Architekt des Roten Wien, gehörte zu den vehementesten Befürwortern der Gründung einer eigenen Kinogesellschaft. Seinem Ressort flossen die Lustbarkeitsabgaben der Kinos zu, und keiner wußte so gut Bescheid über die beeindruckenden Besucherzahlen und Einnahmen der Kinos.

Die Vision von einer sozialistischen Alternative zum kapitalistischen Kino, die langfristig auch die internationale Filmindustrie


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