Streifenweise

Kultur | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Sam Lombardo, gespielt von Matt Dillon, schreibt etwas auf die Tafel: SEX CRIMES. Er ist Highschool-Lehrer und Linkshänder. Oha, ein sinistrer Gesell, denkt man als alter Freund des Thrillergenres - und darf sich von der weiteren Entwicklung des Films bestätigt fühlen. Der heißt "Wild Things", wurde inszeniert von John McNaughton, und sein subtilster Einfall wäre hiermit erzählt. Eine Vergewaltigung, die doch keine war, eine Tote, die wieder auftaucht, ein Polizist auf Abwegen, junge Menschen, vereint und doch entzweit auf der Jagd nach achteinhalb Millionen Dollar. Schauplatz ist Florida, die Dialoge erreichen "Miami Vice"-Niveau, was sich auch von der Photographie behaupten läßt: Jeffrey Kimball ("Top Gun", "Beverly Hills Cop II") gibt hochglanzmäßig sein absolut Bestes. Inmitten der wendungsreichen Geschichte, die sich ausnimmt wie ein Drehbuchseminar-Einführungskurs zum Thema "Nichts ist, was es scheint", hat Bill Murray als gewitzter Anwalt ein paar wirklich komische Momente.


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