Das Märchen vom kärntner Kulturabwehrkampf

Kultur | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Als der Führer der "Gerechten und Fleißigen" (einschließlich der Arbeitslosen) in Kärnten die Macht übernommen hatte und auch das Kunstleben wieder langsam in Ordnung kam, brachen für die Staatskünstler, Schmarotzer und Exkrementisten schlechte Zeiten an. Während die Kärntner Seekultur boomte und Velden zur Kulturhauptstadt erklärt wurde, mußten die Künstler - zunächst vom Land nicht nur gefördert, sondern regelrecht gemästet - wie einst die Protestanten das Land verlassen. Sie zogen, wenn man den Berichten der KRAINA glauben darf, in die Niederlande, wo man ohnehin dringend einiger Impulse aus den Alpen bedurfte. Die Künstler lebten dort in einer schönen Kolonie, die vom Staat zur Verfügung gestellten Villen mit großen Ateliers erinnerten in keinem Detail an die beliebten Feriendörfer eines berühmten Baumeisters aus Kärnten.

Inzwischen erreichte in Kärnten die Kunst ungeahnte sittliche Höhen. Die Sexualität hatte sich außerhalb von Velden auf die Lederhose zurückgezogen,

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