"Der Guru muß stürzen"

Theater: Der kanadische Starregisseur Robert Lepage zeigt bei den Salzburger Festspielen sein neues Stück "Geometry of Miracles". Mit dem "Falter" sprach Lepage über Theater und Film, über Frank Lloyd Wright und andere Gurus.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Geometry of Miracles" - der Titel des Stücks, das Robert Lepage ab Donnerstag dieser Woche bei den Salzburger Festspielen zeigt, bezieht sich auf den amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright. "Geometrie der Wunder" - das könnte auch als Motto über Lepages gesamter Theaterarbeit stehen. Von "Wundern" ist auffällig oft die Rede, wenn über die Inszenierungen des frankokanadischen Regisseurs geschrieben wird; und "Geometrie" ist kein ganz unpassendes Wort für die präzisen, erstaunlich einfachen szenischen Lösungen, die Lepage für seine kompliziert konstruierten Stükke erfindet.

Der 41jährige Lepage (sprich: Löpahsch) ist einer der wichtigsten Vertreter eines Autorentheaters, in dem der Regisseur das Stück "auf der Bühne" schreibt und so selbst zum Autor wird. Mit seiner "Dragon's Trilogy", einer sechsstündigen Familiensaga, gewann der damals noch weitgehend unbekannte Lepage 1987 bei einem Freie-Gruppen-Festival in Montreal den ersten Preis; seit damals zählen seine Produktionen,

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